FAZ 15.12.2025
06:43 Uhr

Gouverneur bestätigt: US-Regisseur Rob Reiner und Ehefrau tot aufgefunden


US-Regisseur Rob Reiner und Ehefrau tot

Gouverneur bestätigt: US-Regisseur Rob Reiner und Ehefrau tot aufgefunden

Der amerikanische Kultregisseur Rob Reiner und seine Ehefrau Michele Singer Reiner sind tot. Das bestätigte der Gouverneur des Bundesstaates Kalifornien auf X. Zuvor hatten amerikanische Medien davon berichtet, dass in dem Haus des Filmemachers zwei Tote gefunden worden seien. Die Polizei von Los Angeles teilte am Sonntagabend auf einer Pressekonferenz mit, sie werde die Identität der Toten vorerst nicht öffentlich bestätigen. Verdächtige werden in dem Fall demnach nicht befragt. NBC hatte zuvor berichtet, eine Raub- und Mordkommission der Polizei habe die Ermittlungen übernommen. Rob Reiner blickte auf eine mehr als fünfzigjährige Karriere im Filmgeschäft zurück. Bekannt wurde er in den Siebzigerjahren als Schauspieler in der CBS-Sitcom „All in the Family“. Es folgten Rollen in den Filmen „Sleepless in Seattle” (1993) von Nora Ephron, Woody Allens „Bullets Over Broadway” (1994), dem Polit-Drama „Primary Colors” (1998) von Mike Nichols und Martin Scorseses Film „The Wolf of Wall Street” (2013). In den Achtzigerjahren wandte sich Reiner der Filmregie zu und landete nach dem Coming-of-age-Drama „Stand By Me“ (1986) einen Welterfolg mit der romantischen Komödie „Harry und Sally“ (1989). Meg Ryans gespielte Orgasmus-Szene im Restaurant zählt zu den komischen Höhepunkten des Jahrzehnts. Reiner war auch im ernsten Genre erfolgreich, denn im folgenden Jahr drehte er den Psycho-Horror-Thriller „Misery“ (1990) nach dem Roman von Stephen King. 1992 folgte das Gerichtsdrama „A Few Good Men“, das ihm eine Oscar-Nominierung eintrug. Rob Reiner erhielt darüber hinaus vier Nominierungen für die Golden Globes in der Sparte Regie und gewann dreimal die Auszeichnung der „Directors Guild of America“. Als politischer Aktivist setzte Rob Reiner sich für Homosexuellen-Rechte ein, unterstützte die Demokratische Partei und spendete Geld für liberale Projekte. Seine Frau, die ebenfalls verstorbene Fotografin Michele Singer, lernte er 1989 bei den Dreharbeiten zu „Harry und Sally“ kennen. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. In den letzten Monaten seines Lebens arbeite der Regisseur an einer Fortsetzung seines Regiedebüts „Spinal Tap“.