Nach dem Tod eines 14 Jahre alten Jugendlichen in Dormagen südlich von Düsseldorf steht ein Kind unter Tatverdacht. Das teilte die Polizei am Freitagvormittag in einer Pressemitteilung mit. Nähere Angaben machte die Behörde mit Verweis auf den Persönlichkeits- und Jugendschutz nicht. Laut dpa-Informationen ist das verdächtige Kind zwölf Jahre alt. Die Leiche des Vierzehnjährigen aus Eritrea war am 28. Januar an einem See in Dormagen südlich von Düsseldorf von einem Spaziergänger gefunden worden. Die Mordkommission „Waldsee“ nahm die Ermittlungen auf. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft Anfang der Woche mitteilten, war er laut Obduktion an Stich- und Schnittverletzungen gestorben. Die Stadt Dormagen hatte sich zutiefst bestürzt gezeigt. Der Vierzehnjährige habe seit dem Jahr 2018 in Dormagen in einer städtischen Unterkunft gelebt. Er habe eine städtische Schule besucht und sei voll in die Stadtgesellschaft integriert gewesen. Am Wochenende hatten nach Polizeiangaben rund 2000 Menschen an einem Trauerzug für den getöteten Jugendlichen teilgenommen. An diesem Freitag soll eine öffentliche Trauerfeier stattfinden. „Yosef war ein äußerst beliebter Junge“ Auch der Fußballverein des Jugendlichen hatte seine Trauer ausgedrückt: „Yosef war ein äußerst beliebter Junge, der nicht nur im Verein, sondern auch in der ganzen Dorfgemeinschaft hoch geschätzt wurde. Sein strahlendes Lächeln und sein außergewöhnlicher Teamgeist haben ihn zu einem wertvollen Mitglied in unserem Verein gemacht“, hieß es auf der Homepage. Der Vierzehnjährige war am 28. Januar zuletzt lebend gesehen worden. Gegen 17 Uhr hatte dann ein Spaziergänger seine Leiche entdeckt. Nach übereinstimmenden Medienangaben von Reportern, die mit der Mutter des Jungen gesprochen haben, habe dieser ihr gesagt, er wolle nur kurz zu seinem Schützenverein gehen. Ermittler hatten bis in die Nacht hinein und am Folgetag akribisch Spuren am Fundort gesucht und gesichert. Für eine rassistische oder rechtsextreme Tat gebe es bislang keine Anhaltspunkte, hatte Staatsanwältin Janne Jakobek gesagt.
