Italien führt einen eigenen Straftatbestand für Femizid – die vorsätzliche Tötung von Frauen und Mädchen – ein. Die Abgeordneten stimmten am Dienstag einstimmig dafür. Möglich sind lebenslange Haftstrafen. Der neue Artikel im Strafgesetzbuch führt eine Kategorie von Tötungsdelikten „aufgrund der Merkmale des Opfers“ ein, wie es in der Gesetzesbegründung heißt. Bislang sah das italienische Recht nur erschwerende Umstände vor, wenn der Täter mit dem Opfer verheiratet oder verwandt war. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni begrüßte den Schritt und bezeichnete die Maßnahme als ein Instrument zur „Verteidigung der Freiheit und Würde jeder Frau“. UN berichten von 83.000 Femiziden weltweit Einem Bericht der Vereinten Nationen zufolge wird weltweit etwa alle zehn Minuten eine Frau oder ein Mädchen zum Opfer tödlicher Gewalt innerhalb der Beziehung oder Familie. Im vergangenen Jahr seien weltweit etwa 83.000 Frauen gezielt umgebracht worden – und in rund 60 Prozent der Fälle sei der Täter ein Familienmitglied oder Lebenspartner gewesen, teilten die UN mit. Bei getöteten Männern lag der Anteil mit nur elf Prozent drastisch niedriger. Besonders häufig sind derartige Femizide laut der UN-Statistik in afrikanischen Ländern. Dahinter folgen Süd- und Nordamerika. In asiatischen und europäischen Ländern gibt es zwar immer noch viele, gemessen an der Einwohnerzahl aber vergleichsweise deutlich weniger Femizide.
