FAZ 13.01.2026
12:46 Uhr

Geschäfte mit Kokainhändlern: Angeklagter Staatsanwalt legt Geständnis für einige Taten ab


Der Staatsanwalt gibt vor dem Landgericht Hannover zu, für die Weitergabe von Informationen Geld von Kokainhändlern kassiert zu haben. 2500 Euro – pro Tat.

Geschäfte mit Kokainhändlern: Angeklagter Staatsanwalt legt Geständnis für einige Taten ab

Nach einem Verständigungsvorschlag der Strafkammer hat der wegen mutmaßlicher Geschäfte mit Kokainhändlern angeklagte Staatsanwalt den Großteil der ihm vorgeworfenen Taten gestanden. Ihn könnte nun eine Freiheitsstrafe zwischen acht Jahren und zwei Monaten sowie acht Jahren und neun Monaten erwarten. Ein Urteil ist noch nicht gefallen. Auf Basis von Gesprächen außerhalb der Hauptverhandlung nahmen Verteidigung und Staatsanwaltschaft einen Verständigungsvorschlag der Kammer an: Für den Fall einer uneingeschränkten geständigen Einlassung zu einem bestimmten Teil der 14 Anklagepunkte sagte ihm die Vorsitzende Richterin den genannten Strafrahmen zu. Der Angeklagte räumte daraufhin neun Taten aus der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Osnabrück umfassend ein. Pro Tat, bei der er Kokainhändlern nach eigenen Angaben Informationen verkaufte, habe er 2500 Euro erhalten. Im Gegenzug wurden die fünf weiteren Anklagepunkte auf Antrag der Staatsanwaltschaft fallen gelassen. Bisher hatten sich die Prozessbeteiligten auf eine lange Verfahrensdauer eingestellt: Verhandlungstage sind bis Ende Mai 2026 terminiert. Laut Verteidigung erhofft sich der Angeklagte von der Verständigung neben einem deutlich rascheren Ende des Verfahrens auch bessere Haftbedingungen. Der in Untersuchungshaft sitzende Jurist soll zwischen Juni 2020 und März 2021 gegen Geld Interna aus Ermittlungsverfahren preisgegeben und eine internationale Drogenbande vor einer Razzia gewarnt haben. Sie hing mit dem Fund von 16 Tonnen Kokain im Hamburger Hafen zusammen.