Es ist unter Finanzmarktkennern zu einer Art Mode geworden, munter über Ursachen für einen möglichen Börsenabsturz zu spekulieren. Regelmäßig genannt wird das schwer kalkulierbare Verhalten Donald Trumps, das die Aktienmärkte in der Tat beunruhigen kann, wie die vergangenen Tage exemplarisch gezeigt haben. Ein anderer Punkt sind die engen Verflechtungen der amerikanischen Techkonzerne untereinander, die zum Crash führen könnten, wenn die Begeisterung rund um Künstliche Intelligenz (KI) einmal nachlassen sollte. Investoren schlecht auf Crash vorbereitet Bei all dem geht ein vermeintlich technischer Aspekt weitgehend unter, dem Anleger mehr Beachtung schenken sollten: Professionelle Investoren sind trotz all des Krisengeredes so schlecht auf einen Börsenabsturz vorbereitet wie seit Jahren nicht. Das zeigt eine Umfrage der Investmentbank Bank of America, die Fondsmanager aus aller Welt einmal im Monat nach der Aufteilung ihres Portfolios fragt. Die Manager gaben dabei an, dass sie nur 3,2 Prozent der von ihnen verwendeten Gelder in Barmitteln („Cash“) halten, wobei es sich beispielsweise um kurzfristig verfügbare Bankeinlagen handeln kann. Der Anteil dieser Barmittel ist auf ein Rekordtief gefallen. Es fehlt Fondsmanagern an Puffer Man muss sich klarmachen, was das bedeutet: Fondsmanager haben das von ihnen verwaltete Vermögen fast vollständig in Aktien oder Anleihen investiert. Sie haben also in jeder Hinsicht zu wenig Puffer. Es fehlt ihnen einerseits an Mitteln, um Aktien nachzukaufen – sie haben kein Geld, um in angespannten Märkten die Lage zu stabilisieren. Und andererseits wären die Manager gezwungen, Aktien und Anleihen zu verkaufen, wenn Kunden Gelder aus ihren Fonds abziehen. Das alles macht die Börsen noch anfälliger für Rückschläge, als sie es ohnehin schon sind. Einen griffigen Namen für das Phänomen hat man bereits gefunden: „Crash by Cash“.
