Ein langer Zug aus Touren-, Renn- und Lastenrädern, E-Bikes, Kinderrädern, Liegefahrrädern und Handbikes rollt unter der Emser Brücke hindurch und weiter auf die Autobahn: Mit allem, was auf zwei oder drei Rädern fährt und von Pedalen angetrieben wird, haben am Sonntag rund 5000 Teilnehmer gegen den geplanten Ausbau der A5 demonstriert. Es dauerte fast 25 Minuten, bis der Demonstrationszug vorüber war. Das Geräusch von Fahrradklingeln begleitete ihn. Lautsprecher, die von Lastenrädern bewegt wurden, spielten Musik. Die Route führte die Teilnehmer zwischen 14.30 und 16 Uhr auf einem Rundkurs von der Alten Oper über A648 und A66 wieder zurück zur Abschlusskundgebung am Opernplatz. Viele waren auf Zubringerrouten nach Frankfurt gekommen und hatten sich schon am frühen Morgen auf den Weg gemacht und unterwegs Mitradler eingesammelt. Das Bündnis „Stopp A5-Ausbau“, in dem sich mehr als 60 Initiativen zusammengeschlossen haben, hat die Protestaktion organisiert. Es fordert von der künftigen Frankfurter Stadtregierung eine klare Absage an den geplanten zehnspurigen Ausbau der Autobahn. „Mehr Fahrstreifen lösen aus wissenschaftlicher Sicht keine Verkehrsprobleme, da durch ein verbessertes Angebot auch mehr Menschen aufs Auto umsteigen. Das sorgt nach kurzer Zeit wieder für Staus“, heißt es in dem Aufruf. Außerdem drohten durch den geplanten Ausbau der A5 zwischen dem Frankfurter Kreuz und Friedberg massive Verkehrsbehinderungen, diverse Sperrungen von Straßen und Radwegen sowie Lärm und Abgase durch Baustellenfahrzeuge. Auch die Grünen, Volt und die Linke hatten zur Teilnahme an der Fahrraddemo aufgerufen. Die SPD-Fraktion lehnt den A5-Ausbau ebenfalls ab und unterstützt die Fahrraddemonstration. „Die Stadtgesellschaft muss gemeinsam Druck machen. Ein solcher Ausbau ist völlig aus der Zeit gefallen und schadet vielen Frankfurtern“, sagte Kristina Luxen, langjährige mobilitätspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.
