Nach der Rückführung aller lebenden und toten Entführten aus dem Gazastreifen hat in Israel eine Uhr aufgehört, die Zeit ihrer Geiselhaft zu zählen. Auf dem „Platz der Geiseln“ in Tel Aviv war auf der Anzeige zuletzt 843 Tage und zwölf Stunden zu lesen. Die „Times of Israel“ sprach von „einem symbolischen Moment des Abschlusses“. Die islamistische Hamas und Terroristen anderer extremistischer Organisationen hatten während des Massakers am 7. Oktober 2023 mehr als 250 Menschen aus Israel in den Gazastreifen verschleppt. Seitdem zählte die Uhr die Tage, Stunden, Minuten und Sekunden. „Genau wie die Entführten ihre Tage in Geiselhaft gezählt haben“, teilte das Forum der Geisel-Angehörigen mit. „Eine Erinnerung daran, dass jede Sekunde in der Hölle eine Ewigkeit ist.“ Rückkehr aller Geiseln war Bedingung für zweite Phase des Friedensplans Die frühere Geisel Segev Kalfon sagte bei der Zeremonie für die Abschaltung der Uhr nach Angaben des Forums der Geisel-Angehörigen, dass nun die lebenden Entführten, die Familien aller toten Verschleppten sowie das ganze Land damit beginnen könne, zu heilen. Israel hatte am Montag verkündet, dass die Leiche des Polizisten Ran Gvili identifiziert und nach Israel gebracht worden sei. Damit sind alle toten und lebenden Geiseln zurück in Israel. Gvili war am 23. Oktober 2023 beim Überfall des Kibbutz Alumim durch die Hamas im Kampf getötet worden. Die Leiche des 24 Jahre alten Mannes wurde von den Terroristen verschleppt. Nach Gvilis Auffindung auf einem Friedhof im Osten von Gaza nahmen viele Israelis ihre Anstecker in Form einer gelben Schleife ab, die sie als Mahnung getragen hatten, die Entführten zurückzubringen. Am Mittwoch nahm Israel Abschied von Gvili. Der Sarg mit seinen sterblichen Überresten sollte von Ramla in Zentralisrael in Gvilis Heimatort Meitar am Rand der Negev-Wüste überführt werden, begleitet von einer Motorradstaffel und einem Großaufgebot der Polizei. Dort soll Gvili im Familienkreis beigesetzt werden. Die Rückkehr aller Geiseln war eine Vorbedingung für die zweite Phase des Gaza-Friedensplans. Sie sieht unter anderem die Öffnung des Grenzübergangs Rafah nach Ägypten vor.
