FAZ 11.01.2026
14:17 Uhr

Gebühr in Rom: Zwei Euro, um den Trevi-Brunnen aus der Nähe zu besichtigen


Auswärtige und ausländische Besucher müssen vom 1. Februar an bezahlen, wenn sie sich die berühmte Sehenswürdigkeit in der italienischen Hauptstadt ansehen wollen. Der Brunnen ist dort das meistbesuchte Monument – mit mehr als 30.000 Besuchern pro Tag.

Gebühr in Rom: Zwei Euro, um den Trevi-Brunnen aus der Nähe zu besichtigen

In Italien werden auswärtige und namentlich ausländische Besucher von immer mehr Städten und Gemeinden zur Kasse gebeten, wenn sie berühmte ­Sehenswürdigkeiten besuchen oder aus der Nähe betrachten wollen. Das prominenteste Beispiel ist der Trevi-Brunnen im Herzen der Altstadt Roms. Vom 1. Februar an müssen Touristen zwei Euro bezahlen, um sich auf den Steg zu begeben, der über einen Teil des Brunnenbeckens führt. Für Einwohner Roms und der Metropolen­region der Hauptstadt, für Kinder bis zu fünf Jahren sowie für Behinderte und eine Begleitperson bleibt der Besuch frei. Neben dem Trevi-Brunnen werden auch die Massenzio-Villa sowie vier bisher ohne Eintrittsgeld zu besuchende Museen (Museo Napoleonico, Museo Carlo Baracco, Museo Bilotti und Museo Canonica) kostenpflichtig werden. Ziel sei es, die Be­sucherströme besser zu steuern und den starken Menschenandrang insbesondere am Trevi-Brunnen zu begrenzen, begründete Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri die unpopulären Maßnahmen. Zudem hofft die Stadtverwaltung auf Einnahmen von rund 20 Millionen Euro jährlich, die für Erhalt und Unterhalt der Sehenswürdigkeiten und Museen eingesetzt werden und zur Verbesserung des touristischen Angebots sowie der Serviceleistungen für die Besucher Roms beitragen sollen. Besucherandrang schon seit etwa einem Jahr reguliert Schon seit rund einem Jahr ist der Besucherandrang an dem Brunnen reguliert. Maximal 400 Personen dürfen sich gleichzeitig in der umgrenzten Anlage aufhalten. Derzeit werden zwei getrennte Zugänge eingerichtet – einer für Einwohner Roms sowie der Vorstädte der Hauptstadt, einer für auswärtige und ausländische Besucher. Das Ticket muss vorab an verschiedenen Verkaufsstellen – mittels Barzahlung oder mit Kreditkarte – erworben werden. Ziel der Maßnahme sei es, den größten Brunnen Roms – ein im Auftrag von Papst Clemens XII. von Nicola Salvi (1697–1751) errichtetes, spätbarockes Meisterwerk – besser zu schützen, zumal die Wandfassade und die Skulpturen von Wasserwesen. Der Trevi-Brunnen ist nach dem Kolosseum das meistbesuchte Monument der Ewigen Stadt. Mehr als neun Millionen Touristen kam zuletzt pro Jahr zum Trevi-Brunnen, zwischen 30.000 und 70.000 täglich. An manchen Tagen drängelten sich bis zu 12.000 Besucher gleichzeitig zu Selfies vor dem Kunstwerk sowie für den ­traditionellen Münzwurf in das Bassin des Brunnens. Der Legende nach wird man die Ewige Stadt ein weiteres Mal besuchen und ganz allgemein sein Glück finden, wenn man ins Wasser des Trevi-Brunnens eine Münze wirft – und zwar rücklings über die Schulter. Die Münzen aus dem Brunnen werden regelmäßig eingesammelt und der Römer Caritas zur Verfügung gestellt, die das Geld – knapp zwei Millionen Euro jährlich – zur Unterstützung notleidender Familien verwendet. Weltbekannt wurde der Brunnen einst durch den Film „La Dolce Vita“ (Das süße Leben) von Federico Fellini. In einer ikonischen Szene der Kinogeschichte badete Anita Ekberg nachts in dem Brunnen, vor den Augen des verzückten Marcello ­Mas­troianni. Wer der schwedischen Filmdiva trotz strengsten Badeverbots in dem Brunnen nachzueifern versucht, muss mit einer Geldstrafe von 450 Euro rechnen.