FAZ 29.10.2011
12:06 Uhr

Gastarbeiter: Die Kunst des Missverstehens


Sie haben nicht Deutschland, sondern die Türkei gerettet: Warum vor fünfzig Jahren die ersten türkischen Gastarbeiter kamen und sie keine Opfer waren.

Gastarbeiter: Die Kunst des  Missverstehens

Jeder unserer Brüder und Schwestern hat hier Tag und Nacht gearbeitet, um Herzen zu gewinnen. Sie haben jede Bitterkeit zu Honig gemacht, jedweder Schwierigkeit getrotzt.“ Das sagte der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan 2008 bei einer Rede vor türkischen Immigranten in Köln. Es war Balsam für die Seele seiner Anhänger, sie hörten es nur zu gern. Auch deutsche Politiker neigen dazu, die Geschichte der Arbeitsmigration als eine von türkischen Opfern und deutscher Schuld durch Ausbeutung zu verklären. Aber diese Version der Geschichte ist ein Märchen.

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Der 20. Dezember 1955 markiert den Beginn der Gastarbeiterära. Vier Millionen Italiener kamen zum Arbeiten in die Bundesrepublik. Das Abkommen war Vorbild für weitere.

Vor sieben Jahrzehnten schuf ein Abkommen die Grundlage für die Einwanderung aus Italien. Ein früherer Schafhirte, ein Anwalt und eine Forscherin über das gar nicht immer süße Leben im Gastland Deutschland.

Kein Land hat so viele Syrer aufgenommen wie die Türkei. Die Bevölkerung will sie gern loswerden. Die Wirtschaft kann kaum ohne sie.