In puncto Mobilität ist der Generation Z Umweltfreundlichkeit weit weniger wichtig als andere Faktoren. Das zeigt eine Studie der ADAC-Stiftung, die am heutigen Donnerstag vorgestellt wurde und der F.A.Z. vorab vorlag. Laut der Studie fühlen sich aber weiterhin 53 Prozent der Gen Z moralisch dazu verpflichtet, umweltfreundliche Verkehrsmittel zu nutzen. „Sie empfinden eine hohe individuelle Verantwortung und wünschen sich die Möglichkeit, diese Verantwortung ausleben zu können“, sagt ADAC-Vorständin Christina Tillmann. Die Mobilität habe sich ihrer Ansicht nach entideologisiert: Es herrsche weniger Glaube, dass durch individuelles Verhalten Dinge zum Guten verändert werden könnten. Tillmann sagt: „Wir erleben eine Generation, die einen hohen Alltagspragmatismus hat.“ Die Gen Z verbinde Mobilität mit Freiheit, Selbstbestimmung und Teilhabe und habe ein Verlangen nach „Mobilitätsgerechtigkeit“, so Tillmann. Besonders wichtig ist es der Gen Z hierbei, mehrere Verkehrsmittel zur Auswahl zu haben. Das sagten 61 Prozent. „Sie wollen in der Lage sein, mit der S-Bahn zum Zug zu fahren und mit dem Zug weiter. Am Ende möchten sie einen multimodalen Knotenpunkt, an denen der Scooter neben dem Fahrrad steht, wohin man sich aber auch ein Uber rufen kann“, sagt Tillmann. Leihmöglichkeiten sind wichtig Leihmöglichkeiten wie E-Scooter, Leihräder oder Car-Sharing sind bei der Gen Z überdurchschnittlich beliebt, wie die Studie zeigt. Am liebsten hätten sie all die Leihmöglichkeiten in einer App gebündelt. Sind es bei der Boomer-Generation 97,3 Prozent, die E-Scooter nie oder fast nie nutzen, sind es bei der Gen Z nur 51,2 Prozent. 10,9 Prozent nutzen die Roller dabei an ein bis drei Tagen pro Woche. Tillmann sagt: „Ich würde das Thema Wahlfreiheit über die junge Generation schreiben.“ Dabei komme man mit Moralappellen nicht weiter. Es gehe darum, pragmatische Angebote zu machen. Dabei ist auch der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) für die Gen Z von Bedeutung. 59 Prozent nutzen ihn mindestens einmal pro Woche. In der Gesamtbevölkerung sind es lediglich 35 Prozent. Bei den Wünschen zur Verbesserung der Mobilität von morgen wünschen sich 39,8 Prozent der 16- bis 27-Jährigen einen Ausbau und Zuverlässigkeit des ÖPNV. Das ist der am stärksten ausgeprägte Wunsch. Danach folgen der Ausbau der Fußgängerinfrastruktur mit 28,9 Prozent und die Vernetzung unterschiedlicher Mobilitätsangebote in einer App mit 27,7 Prozent. 9,7 Prozent gaben an, sie fänden die Mobilität gut, wie sie sei, und bräuchten keine neuen Maßnahmen. Technologieoffenheit vorhanden Große Offenheit bringt die Gen Z für neue Mobilitätsformen mit. 44 Prozent befürworten den Einsatz von autonomen Fahrzeugen, für Flugtaxis sprechen sich 36 Prozent aus. Trotzdem bleibt auch das Auto ein relevantes Transportmittel. Sechs von zehn Menschen der Gen Z haben Zugang zu einem Auto. Es stehe für Flexibilität und Selbstbestimmung, so Tillmann. Dadurch entstehe eine emotionale Bindung. 58 Prozent der Kohorte haben einen Führerschein, 27 Prozent streben ihn an. Vorständin Tillmann wünscht sich für die Zukunft drei Dinge: Man müsse die Bedürfnisse der Gen Z in den Blick nehmen und die ÖPNV-Infrastruktur verbessern. Außerdem sollten die Chancen von stärkerer Digitalisierung und Vernetzung der Mobilitätsangebote genutzt werden. Abschließend müssten junge Menschen sehr viel mehr in die Gestaltung der Städte vor Ort miteinbezogen werden, als das aktuell der Fall sei.
