FAZ 05.12.2025
15:31 Uhr

Fußball und Sicherheit: Dialog statt Konfrontation im Stadion


Nach Protesten von Fußballfans hält sich die Innenministerkonferenz zurück. Die Politiker setzen auf Dialog statt Konfrontation. Die Fanorganisation „Unsere Kurve“ reagierte verhalten positiv.

Fußball und Sicherheit: Dialog statt Konfrontation im Stadion

Keine personalisierten Tickets, keine Gesichtserkennung, jedoch die Vereine stärker in der Pflicht und eine unabhängige Kommission für Stadionverbote: Nach wochenlangen Diskussionen über die Stadionsicherheit hat die Politik auf drastische Maßnahmen vorerst verzichtet. Die Innenministerkonferenz (IMK) stellte am Freitag in Bremen ihre Beschlüsse vor, die Proteste von Fans und Verbänden erzielten offenbar Wirkung. „Wir haben uns auf einen klaren Kurs verständigt: Dialog statt Konfrontation. Zusammen mit den Vereinen und den Fans haben wir das gemeinsame Interesse, dass sich die Menschen im Stadion sicher fühlen“, sagte Bremens Innensenator und IMK-Vorsitzender Ulrich Mäurer. Auch zum Reizthema Stadionverbote äußerte sich der SPD-Politiker: „Bei den Stadionverboten schaffen wir einheitliche Standards durch eine zentrale, unabhängige, bundesweite Kommission.“ Es gebe weitere Themen wie Pyrotechnik, so Mäurer, an denen gelte es „weiter sensibel“ zu arbeiten. Auch Hamburgs Innensenator Andy Grothe sah „wichtige Schritte“: „Dazu gehört die Verständigung auf eine zentrale Stadionverbotskommission und eine bundesweit einheitliche Umsetzung von Stadionverboten nach klaren Standards. Die Verantwortlichen wollen die Stadionverbote „zielgerichtet anwenden bei denen, die zu den wenigen gehören, die für Gewalt verantwortlich sind“, sagte Grote. Die Fanorganisation „Unsere Kurve“ reagierte verhalten positiv auf die neuen Entwicklungen. In Bezug auf die Stadionverbote blieben noch „viele Fragen offen“, sagte Thomas Kessen, Sprecher der Fanorganisation. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte am Donnerstagabend Maßnahmen zur „Stärkung der Sicherheit“ in den deutschen Stadien beschlossen. So stocken die Bundesligaklubs ihr Sicherheitspersonal auf, ebenso soll es besser qualifiziert werden. Auch die Zahl der Fanbeauftragten wird erhöht. Es werde „die Grundlage für eine weitere Reduzierung von Einsatzstunden der Polizei (...) geschaffen“, teilte die DFL mit.