Wo und wann findet die Auslosung der Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 statt? An diesem Freitag (12.00 Uhr Ortszeit, 18.00 Uhr MEZ im ZDF und bei Magenta-Sport) werden die Gruppen ausgelost. Bei der Show im John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Washington, D. C. liegen aber nur 42 der erstmals 48 Nationen in den Töpfen. Für die noch nicht feststehenden Teams, die sich in Play-offs erst im März 2026 qualifizieren, gibt es Platzhalter. Es werden nicht die einzigen ungeklärten Fragen bleiben. Dafür gibt es schon an diesem Samstag, zur gleichen Zeit wie die Auslosung am Vortag, eine weitere Liveshow des Weltverbandes FIFA mit Präsident Gianni Infantino in der US-Hauptstadt, die kein WM-Spielort ist. Doch dazu später mehr. Was passiert am Freitag? Die Auslosung ist nur ein Teil einer großen Show-Veranstaltung. Moderiert wird sie von Heidi Klum, die schon bei der Auslosung der WM 2006 in Deutschland auf der Bühne stand, sowie den Schauspielern Kevin Hart und Danny Ramirez. Dazu treten die Sänger Andrea Bocelli, Robbie Williams, Nicole Scherzinger und die Band Village People auf. Der frühere englische Fußballprofi Rio Ferdinand führt durch das Auslosungsprozedere mit Moderatorin Samantha Johnson, der ehemalige Football-Quarterback Eli Manning stellt Fragen am roten Teppich. Bei der Auslosung assistieren die US-Sportstars Tom Brady (American Football), Shaquille O’Neal (Basketball), Wayne Gretzky (Eishockey) und Aaron Judge (Baseball). Und FIFA-Präsident Infantino vergibt den neuen „Friedenspreis“, wohl an US-Präsident Donald Trump. Nach welchem Format wird die vergrößerte WM gespielt? Durch die Erweiterung von 32 auf 48 Teams gibt es nun zwölf statt acht Vorrundengruppen mit je vier Mannschaften. Bisher kamen die besten beiden in die K.-o.-Runde, die mit dem Achtelfinale begann. Nun scheiden auch die besten acht der zwölf Gruppendritten nicht aus, sondern ziehen ins neue Sechzehntelfinale ein. Insgesamt wird es 104 statt 64 Spiele geben. Welches Team liegt in welchem Lostopf? Die FIFA platziert neben den drei Ausrichtern die neun besten Teams der aktuellen Weltrangliste in Topf 1, darunter Deutschland, das sich durch die Siege zuletzt direkt qualifizierte und im FIFA-Ranking auf Platz neun kletterte. Diese zwölf Teams sind als sogenannte Gruppenköpfe gesetzt. Die Kugeln der Ausrichter Mexiko (grün, Gruppe A), Kanada (rot, B) und USA (blau, D) sind farblich zu erkennen, sodass sie nur pro forma für ihre vorgesehenen Plätze gezogen werden. Die weiteren Teams wurden nach Weltranglistenposition absteigend auf die Töpfe zwei bis vier verteilt: Topf 1: USA, Mexiko, Kanada, Spanien, Argentinien, Frankreich, England, Brasilien, Portugal, Niederlande, Belgien, Deutschland Topf 2: Kroatien, Marokko, Kolumbien, Uruguay, Schweiz, Japan, Senegal, Iran, Südkorea, Ecuador, Österreich, Australien Topf 3: Norwegen, Panama, Ägypten, Algerien, Schottland, Paraguay, Tunesien, Elfenbeinküste, Usbekistan, Qatar, Saudi-Arabien, Südafrika Topf 4: Jordanien, Kap Verde, Ghana, Curaçao, Haiti, Neuseeland, dazu sechs Play-off-Teams. Wer hat noch Chancen in den Play-offs? In Europa kämpfen 16 Teams um vier Plätze, jeweils in Halbfinals ohne Rückspiel (26. März). Die Sieger der Endspiele (31. März) ersetzen die Platzhalter aus Topf 4. Im Halbfinale spielen: Wales gegen Bosnien-Hercegovina und Italien gegen Nordirland (Pfad 1), Ukraine gegen Schweden und Polen gegen Albanien (Pfad 2), Slowakei gegen Kosovo und Türkei gegen Rumänien (Pfad 3) sowie die Tschechische Republik gegen Irland und Dänemark gegen Nordmazedonien (Pfad 4). Beim interkontinentalen Play-off-Turnier in Guadalajara und Monterrey (Mexiko) spielen in einem Halbfinale Neukaledonien und Jamaika, der Sieger trifft im Duell um einen WM-Platz auf die Demokratische Republik Kongo. Bolivien und Suriname sind im anderen Halbfinale; im Endspiel wartet der Irak. Wie läuft die Auslosung ab? Nachdem die Gruppenköpfe an Position 1 gezogen sind, kommt Topf 2 an die Reihe, dann 3, zum Abschluss 4. Die Position in einer Gruppe hängt erstmals vom Topf ab, aus dem die Teams kommen. Bisher wurde diese Position gelost. Laut FIFA soll so Zeit gespart werden und eine ausgewogenere Verteilung der Gruppenspiele stattfinden. Es gibt aber Einschränkungen, sodass nicht jedes gezogene Team automatisch der nächsten Gruppe zugeordnet werden kann: Nationen einer Konföderation können nicht in eine Gruppe gelost werden. Ausnahme: In vier der zwölf Gruppen wird es zwei Teams aus Europa geben. Zudem muss erstmals eine Setzliste – wie bei Tennisturnieren – beachtet werden: Die beiden besten Teams der Weltrangliste (Spanien und Argentinien) werden je einer Turnierhälfte zugelost. Gleiches gilt für das dritt- und das viertbestplatzierte Team (Frankreich und England). Bei jeweiligem Gruppensieg können diese vier Topnationen frühestens im Halbfinale, Spanien und Argentinien gar erst im Endspiel aufeinandertreffen. Und was passiert bei der zweiten Show am Samstag? Von 12.00 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr MEZ) an wird FIFA-Präsident Infantino seinen zweiten großen Auftritt haben und den genauen Spielplan mit Stadion und Anstoßzeit für alle Partien bekannt geben. Bisher lief das immer nur per Mitteilung. Der Weltverband wendet erstmals nach der Auslosung ein „Zuweisungsverfahren“ an, um „allen Teams die bestmöglichen Bedingungen zu gewährleisten und gleichzeitig Fans weltweit nach Möglichkeit die Chance zu bieten, die Spiele ihrer Teams über verschiedene Zeitzonen hinweg live zu verfolgen“. Sicher sind bisher nur die Spieltage und -orte der Ausrichter, die ihre Gruppenspiele in ihren Heimatländern austragen. Den endgültigen Spielplan gibt es erst nach den Play-offs. Wie geht es für die Deutschen weiter? Nach Bekanntgabe des Plans will der Deutsche Fußball-Bund, dessen Delegation in Washington mit Präsident Bernd Neuendorf, Bundestrainer Julian Nagelsmann, Geschäftsführer Andreas Rettig und Sportdirektor Rudi Völler an der Spitze vertreten sein wird, seine Pläne konkretisieren. Im Frühjahr wird es zwei Testspiele geben, das zweite am Montag, 30. März (20.45 Uhr), gegen die Elfenbeinküste in Stuttgart – aber nur, wenn die Teams nicht in einer WM-Gruppe landen. Sonst wird es einen neuen Gegner geben. Die Tests unmittelbar vor dem Turnier sind fix: Sonntag, 31. Mai (20.45 Uhr), gegen Finnland in Mainz und am Samstag, 6. Juni (13.30 Uhr Ortszeit, 20.30 Uhr MESZ), gegen die USA in Chicago. Danach geht es ins noch unbekannte WM-Quartier.
