FAZ 16.12.2025
12:14 Uhr

Fundbüro Flughafen: Verliermeinnicht


Vermeiden Sie es tunlichst, etwas zu verlieren. Vor allem am Frankfurter Flughafen. Kommt trotz unseres gut gemeinten Ratschlags etwas abhanden, verlassen Sie sich nicht aufs Fundbüro.

Fundbüro Flughafen: Verliermeinnicht

Ein Journalistenkollege aus Hamburg, nennen wir ihn Thomas H., steigt Ende November in Frankfurt aus seinem Inlandsflug. Dann trifft ihn der Schreck. Seine gerade erst neu gekauften Kopfhörer, sündhaft teure Apple Airpods Pro 3, liegen noch im Flieger. Zurück kann er nicht, sitzt er doch schon im nächsten Anschluss. Also schnell das Onlineformular fürs Fundbüro ausgefüllt, Vorgangsnummer erhalten, Haken dran. Zum Glück gibt es heute die praktische Gerätesuche. Jene zeigt ziemlich eindeutig, dass die Airpods noch am Flughafen liegen und sich nicht bewegen. Ein Anruf im Fundbüro, kurzer Plausch, Problem gelöst, so denkt Thomas. Weit gefehlt. Petra am Telefon ist nett, ja. Aber eben nur eine KI-Stimme, die verspricht, an einen echten Menschen weiterzuverbinden, um dann nach fünf Freizeichen einfach aufzulegen. Immer und immer wieder. Offenbar System. Oder Überlastung. Vier Tage später fährt der ortsansässige Autor dieser Zeilen selbst zum Flughafen, um Thomas zu unterstützen. Bis dahin hat das Fundbüro nur die Verlustmeldung bestätigt, mehr nicht. Welcher Service? Persönliche Vorsprache ist zwischen 7 und 18 Uhr möglich, ein langer Tag, wie die gestresste Dame am Tresen betont. Charmant, wie wir sind, dürfen wir ausnahmsweise einen Blick ins Aufbewahrungskämmerchen werfen, jenes ist prall gefüllt wie ein Elektronikmarkt. Die Airpods aus der Ferne klingeln zu lassen, misslingt Thomas, obwohl er sie weiterhin dort orten kann. Das Fundbüro behauptet steif und fest, sie seien nicht da. Wir gehen wieder. Auch in den nächsten Tagen bleibt Ratlosigkeit. Nicht gefunden, heißt es weiterhin. Anfang Dezember fliegt Thomas erneut nach Frankfurt und kann dem Fundbüro selbst einen Besuch abstatten. Diesmal sitzt dort eine andere Dame, nicht weniger emotionslos. Schulterzucken, als die Airpods dann doch sehnsüchtig piepsen, als hätten sie Heimweh. Der Fall ist erledigt. Fast. 20 Euro werden fällig. Fürs Lagern, nicht den Service. Welcher Service?