Blackout. Licht aus. Kein warmes Wasser und keine funktionierende Heizung. Die Banken und Supermärkte bleiben zu, das Internet und der Netzempfang sind weg. Wer ohne Strom auskommen muss, wie derzeit Tausende Menschen in weiten Teilen Berlins, ist im besten Falle darauf vorbereitet. Doch was ist nötig, um das gut zu überstehen? Was braucht es in Katastrophensituationen auf jeden Fall? Ein Wasservorrat ist laut dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) das Wichtigste, jedenfalls „wichtiger als Essen“. Da dieser sowohl zum Kochen als auch zur „Katzenwäsche“ und als Trinkwasserquelle genutzt werden kann. Je Person im Haushalt seien deshalb „idealerweise zwei Liter pro Person und Tag“ angeraten. Bei der Wahl der Nahrungsmittel sei es wiederum sinnvoll, sich vorab mit haltbarem Essen einzudecken – freilich in sozialverträglichen Mengen, also ohne Hamsterkäufe. Nudeln, Reis, auch Hülsenfrüchte und Konserven taugen als gute Basis. Für wie lange sollten die Vorräte reichen? Eine Sabotage, aber auch andersgeartete Katastrophen können das öffentliche Leben zum Erliegen bringen. Es ist daher laut BBK sinnvoll, sich für „möglichst zehn Tage“ selbst versorgen zu können. „Ein Vorrat kann in vielen Situationen hilfreich sein – sei es bei einem plötzlichen Stromausfall, extremen Wetterlagen, einer plötzlichen Erkrankung oder wenn die Regale im Lebensmittelgeschäft leer bleiben.“ Eine „Checkliste“ wird vom BBK bereitgestellt, die den Verbrauch pro Person und Nahrungsmittel berechnet. Und welche Gerätschaften sind im Haus vonnöten? Um überhaupt Informationen zu erhalten, seien entweder batteriebetriebene oder Kurbelradios sehr praktisch, sagt der Landeskatastrophenschutzbeauftragte des Deutschen Roten Kreuzes, Lee-Jérôme Schumann, der F.A.Z. „Zu wissen, was gerade passiert, ist in einer solchen Situation erst einmal Priorität Nummer eins.“ Neben sogenannten Powerbanks, also tragbaren Stromaufladegeräten, seien mittlerweile auch faltbare Solarzellen eine Option zur Energieversorgung im Kleinen. Und Erstere wie Letztere funktionieren selbst im Winter. Wie erfährt man von einem Notfall? In den betroffenen Berliner Stadtteilen informierte die Polizei vor Ort die Bürger mit regelmäßigen Lautsprecherdurchsagen. In besonderen Fällen warnen die Behörden zudem über Warn-Apps, zum Beispiel die in den App Stores verfügbare Applikation NINA. Das BBK rät auch: „Wenn die Notrufnummern 110 und 112 nicht mehr funktionieren, gehen Sie bei einem Notfall, wenn möglich, zur nächsten Polizeiwache oder ins Krankenhaus.“ Wo finden Betroffene Unterschlupf? In Notfallsituationen bieten die jeweiligen Städte und Gemeinden erfahrungsgemäß Schutzunterkünfte an; auch im Berliner Süden wurden solche bereitgestellt. Die Menschen können dort mittels Notstromaggregaten nicht nur ihre Smartphones und Laptops laden: Auch Heizungen und Übernachtungsmöglichkeiten gibt es zumeist, ebenso Duschmöglichkeiten und Toiletten. Welche Gerichte lassen sich auch ohne Strom gut kochen? Für echte „Prepper“ – das Wort kommt vom Englischen „to be prepared“ – gibt es eigens ein „Blackout Kochbuch“. Nudeln mit Thunfischsoße werden da etwa angepriesen. Beiderlei ist lange haltbar und lässt sich gut auf einem Campingkocher zubereiten. Generell gilt: Einfachheit gewinnt. Wie oft kommen solche Sabotageaktionen in Deutschland vor? Blackouts gab es bereits des Öfteren, zuletzt im Sommer 2025. Seinerzeit hat ein Brandanschlag auf das Stromnetz im Bezirk Treptow-Köpenick zu einem längeren Stromausfall geführt. Mit 60 Stunden war es der bis dato längste Blackout seit dem Zweiten Weltkrieg. Die kürzlich erfolgte Sabotageaktion hat diesen Negativrekord nun kassiert. Obgleich 99 Prozent der Stromversorgung in Städten unterirdisch verlaufe, wie der Regierende Bürgermeister Berlins, Kai Wegner (CDU), mitgeteilt hat, bleibe dennoch das eine überirdische Prozent. Eine Wiederholung ist demnach nicht auszuschließen.
