FAZ 28.12.2025
16:38 Uhr

Für „Umweltdaten“: Iran schießt mit russischer Hilfe drei Satelliten ins All


Iran beginnt neue Raumfahrtprojekte, auch hier in enger Zusammenarbeit mit Moskau. Angeblich sollen die drei Satelliten nur Umweltdaten sammeln.

Für „Umweltdaten“: Iran schießt mit russischer Hilfe drei Satelliten ins All

Iran hat mit Unterstützung Russlands drei Satelliten in die Erdumlaufbahn gebracht. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna brachte eine Sojus-Rakete die drei Satelliten „Kosar“, „Paya“ und „Zafar-2“ von der Weltraumstation Wostochny aus in eine Umlaufbahn in einer Höhe von etwa 500 Kilometern. Nach offiziellen Angaben sollen die Satelliten Umweltdaten sammeln – darunter Informationen zu Wettersystemen, Naturkatastrophen und landwirtschaftlichen Entwicklungen – und damit zur wissenschaftlichen Forschung des Landes beitragen. Teheran gibt stets an, dass die Raumfahrtprojekte des Landes ausschließlich friedlichen Zwecken dienten und nicht für militärische Zwecke eingesetzt würden. „Iran treibt seine Technologie voran, und das Satellitenprogramm ist Teil dieses Bestrebens und eine rein wissenschaftliche Mission“, erklärte Außenminister Abbas Araghchi. Im Westen, insbesondere in den USA und Israel, stößt das Programm auf Skepsis. Kritiker befürchten, dass die Islamische Republik ihre Weltraumtechnologie auch für militärische Zwecke einsetzen könnte. Zweifel richten sich vor allem auf die Beteiligung der Revolutionsgarden, die als wichtigste Streitkräfte des Landes maßgeblich für militärische Operationen verantwortlich sind. Aufgrund der westlichen Sanktionen unterhalten Iran und Russland eine enge Zusammenarbeit. Teheran wird international auch beschuldigt, Moskau Drohnen für den Krieg gegen die Ukraine zu liefern. Das Land weist diese Vorwürfe zurück und betont, die Drohnenlieferungen seien Teil einer allgemeinen militärischen Kooperation mit Russland und nicht gegen Kiew gerichtet.