Der FC Bayern München hat gegen den FC Augsburg eine böse Überraschung erlebt. Beim Heim-Comeback von Fußball-Nationalspieler Jamal Musiala kassierten die Münchner im Derby gegen widerspenstige Augsburger beim 1:2 (1:0) ihre erste Bundesliga-Niederlage seit dem 2:3 gegen den VfL Bochum am 8. März 2025. Abwehrspieler Hiroki Ito bescherte den Bayern vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Münchner Arena mit seinem Kopfball in der 23. Minute noch die Führung. In der Schlussphase drehten jedoch bei seinem Debüt Arthur Chaves (75.) und Han-Noah Massengo (81.) für tapfere Augsburger das Duell an der Isar. Michael Olise scheiterte in letzter Sekunde am Aluminium. „Wir müssen es akzeptieren, es war nicht unverdient. Es war nicht so, als hätte uns Augsburg hergespielt, aber ein Sieg von uns wäre nicht verdient gewesen“, sagte Mittelfeldchef Joshua Kimmich später bei Sky: „Wir waren nicht ganz so frisch und haben über 90 Minuten nicht ganz ins Spiel gefunden. Hintenraus war Augsburg griffiger. Es war nicht das Toplevel, das wir bringen wollen. Entscheidend ist, wie wir darauf reagieren.“ Augsburgs Torschütze Chaves sagte: „Ich bin so glücklich, ich habe gar keine Worte.“ Bei seinem Treffer habe er „auch etwas Glück gehabt, aber das gehört dazu. Es ist einfach unglaublich – ein Traum.“ Schon im April 2014 hatte der FC Augsburg einst die längste Ungeschlagen-Serie der Münchner nach 53 Bundesliga-Partien ohne Niederlage mit einem 1:0 beendet. Nun stoppte der FCA den FC Bayern nach 27 ungeschlagenen Ligaspielen bei dessen zweitlängster Serie. Nach Siegen gegen Wolfsburg (8:1), Köln (3:1), Leipzig (5:1) und Saint-Gilloise (2:0) war es die erste Bayern-Niederlage in diesem Fußball-Jahr. Jonas Urbig ersetzt Manuel Neuer im Bayern-Tor Der FC Bayern übernahm anfangs in gewohnter Manier die Kontrolle. Allerdings machten es ihnen die Augsburger nicht besonders leicht. Trainer Manuel Baum wollte schließlich vor dem Anpfiff auch nicht von Schadensbegrenzung bei seinem um den Klassenverbleib kämpfenden Verein sprechen, sondern forderte von seiner Mannschaft Mut ein. Und diesen zeigte der FC Augsburg bis zum Abpfiff. Die Bayern kombinierten, doch die bayerischen Schwaben deckten eng und versuchten, früh zu stören. Das gelang auch ganz gut, bis Ito nach einer Ecke von Michael Olise zur Führung einnickte. Der japanische Verteidiger (für Raphaël Guerreiro) war einer von vier Neuen beim Rekordmeister neben Jonas Urbig (Manuel Neuer), Leon Goretzka (Joshua Kimmich) und Alphonso Davies (Tom Bischof). Davies stand sogar erstmals seit seinem im März erlittenen Kreuzbandriss wieder in der Startelf der Münchner. Diesmal aber ungewohnt als rechter Außenverteidiger. Über die linke Bayern-Seite wiederum war Luis Diaz von den Augsburgern kaum zu packen. Ein Zusammenstoß des kolumbianischen Nationalspielers mit Augsburgs Finn Dahmen (29.) im Strafraum und die minutenlange Behandlungspause des Schlussmannes brach etwas den Rhythmus der Hausherren um Ersatzkapitän Harry Kane. Robin Fellhauer (45.+4) fehlte unmittelbar vor der Pause bei seinem Lattenschuss nur ein Hauch zum Ausgleich. Urbig hätte aus rund zehn Metern keine Chance gehabt. Die Augsburger blieben auch zu Beginn der zweiten Hälfte unangenehm. Die Bayern brachten in der 61. Minute Musiala für den fehlerhaften Youngster Lennart Karl und Joshua Kimmich für Davies. Doch die nie aufsteckenden Augsburger setzten völlig überraschend zweimal harte Wirkungstreffer. In der fünften Minute der Nachspielzeit schoss Münchens Olise den Ball noch einmal an die Latte; der Ausgleich kam nicht mehr zustande. „Wir haben es nicht so gut gemacht, wie wir es machen müssen. Da reichen ein paar Prozent in der Bundesliga“, meinte der Münchner Sportvorstand Max Eberl anschließend. „Da ist es egal, ob es der BVB oder FCA ist, egal wo in der Tabelle. Du musst jedes Spiel ans Limit gehen, wir müssen an unser Limit gehen, das haben wir heute nicht getan.“
