Ein geplatzter Reifen hat den schweren Autounfall ausgelöst, bei dem der ehemalige Schwergewichts-Weltmeister Anthony Joshua (36) am Montag in Nigeria verletzt wurde und zwei Menschen ums Leben kamen. Wie die Verkehrssicherheitsbehörde TRACE am Dienstag mitteilte, sei der Vorderreifen bei überhöhter Geschwindigkeit auf der Beifahrerseite während der Fahrt geplatzt. Das Fahrzeug habe daraufhin die Kontrolle verloren und sei mit hoher Geschwindigkeit gegen einen geparkten Lastwagen geprallt. „Aus der vorläufigen Untersuchung geht eindeutig hervor, dass der SUV, in dem Anthony Joshua unterwegs war, mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren ist“, sagte TRACE-Sprecher Babatunde Akinbiyi der Nachrichtenagentur AFP. Der Unfall hatte sich am Montagmorgen auf der Hauptstraße zwischen Lagos und Ibadan im Bundesstaat Ogun ereignet. Anthony Joshuas Familie stammt aus Nigeria Boxprofi Joshua überlebte den Unfall und wurde zur Untersuchung in ein Krankenhaus in Lagos gebracht. Zwei seiner engen Vertrauten, Sina Ghami und Latif Ayodele, kamen ums Leben. Laut Polizei starben sie noch am Unfallort. Aufnahmen in sozialen Medien zeigten den Briten mit schmerzverzerrtem Gesicht beim Verlassen des Wagens. Joshuas Familie stammt aus der Stadt im Südwesten Nigerias. Er ist dafür bekannt, sie zu besuchen, wenn er im Land ist. Joshua hatte 2017 in einem spektakulären Duell Wladimir Klitschko in die Boxrente geschickt und danach zeitweise das Schwergewicht dominiert, in den vergangenen Jahren musste der Olympiasieger von 2012 aber zahlreiche Rückschläge einstecken. Zuletzt gewann Joshua einen sportlich kaum bedeutenden Fight gegen den Influencer Jake Paul. Der Kampf brachte ihm eine Gage von mindestens 30 Millionen US-Dollar (25,6 Millionen Euro) ein. Der schwere Unfall von Joshua erschütterte auch Wladimir Klitschko. Er sei „zutiefst betroffen“ vom Tod der zwei engen Freunde und Teammitglieder des britischen Schwergewichtsboxers, schrieb Klitschko (59) auf der Plattform X. „Ich hatte das Vergnügen, einen unvergesslichen Kampf mit AJ zu bestreiten, und habe ihn stets als einen wahren Gentleman geschätzt, der meinen größten Respekt genießt“, ergänzte der Ukrainer, der im Londoner Wembley-Stadion einen spektakulären Titelkampf gegen Joshua verloren hatte. „Mein tiefstes Mitgefühl gilt ihm, und ich wünsche ihm und seinen Angehörigen in dieser schweren Zeit alles Gute.“ Auch Fußballprofi Michael Olise zeigte sich geschockt. „Ruhe in Frieden, Bruder, einer der ehrlichsten Männer“, schrieb der Offensivstar des FC Bayern bei Instagram versehen mit einem Bild von sich und Sina Ghami. Joshua selbst erlitt bei dem Unfall leichte Verletzungen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Der in England geborene Sohn nigerianischer Einwanderer sei in einem stabilen Zustand und bleibe dort zur Überwachung, hieß es in einer Mitteilung der Promotion Matchroom Boxing vom Montagabend. Videoaufnahmen kursieren im Internet Auch Nigerias Präsident Bola Ahmed Tinubu äußerte sich zu dem Unglück. „Ich habe mit AJ gesprochen, um ihm persönlich mein Beileid zum Tod seiner beiden engen Mitarbeiter Kevin Latif Ayodele und Sina Ghami zu bekunden“, schrieb er bei der Plattform X. „Ich habe ihm eine vollständige und schnelle Genesung gewünscht und mit ihm gebetet.“ Videos im Internet zeigen, wie Joshua mit nacktem Oberkörper und schmerzverzerrtem Gesicht aus einem schwerbeschädigten Auto herausgehoben wurde. Er saß demnach hinter dem Fahrersitz auf der Rückbank. Im Internet gab es auch Kritik an der Veröffentlichung von teils verstörenden Bildern und Videos durch Schaulustige.
