FAZ 04.02.2026
11:13 Uhr

Frau sagt gegen Høiby aus: „Ich konnte nicht verstehen, dass Marius mir so etwas antun konnte“


Im Prozess gegen den Sohn der norwegischen Kronprinzessin berichtet ein mutmaßliches Missbrauchsopfer von ihrem Schock. Später soll Marius Borg Høiby selbst Stellung nehmen. Seine Mutter will derweil doch nicht „privat verreisen“.

Frau sagt gegen Høiby aus: „Ich konnte nicht verstehen, dass Marius mir so etwas antun konnte“
Selina (Elli Rhiannon Müller Osborne) unterzieht sich einer Brustvergrößerung in der Türkei. (Foto: Jonathan Vivaas Kise Tinagent/ZDF)

Unter Tränen hat der älteste Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit, Marius Borg Høiby, seine Aussage im Vergewaltigungs-Prozess gegen ihn in Oslo begonnen. „Es fällt mir schwer, vor so vielen Menschen zu sprechen“, sagte der 29-Jährige. „Ich werde von der Presse verfolgt, seit ich drei Jahre alt bin.“ „Ich habe ein Leben gelebt, in das sich wohl die wenigsten hineinversetzen können“, sagte Høiby. „Mit vielen Partys, Alkohol, Drogen.“ Sex und Rausch seien Teil dieses Lebens gewesen. Vor Gericht trug der Norweger am zweiten Prozesstag einen dunkelgrauen Pullover und eine Brille. Er ist in 38 Punkten angeklagt – darunter sind vier Fälle von Vergewaltigung nach norwegischem Recht. Am Mittwoch hatte laut der Nachrichtenagentur NTB zunächst ein mutmaßliches Opfer berichtet. Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin soll die Frau während einer Party in der Residenz von Norwegens Kronprinzenpaar – Schloss Skaugum – ohne ihr Einverständnis berührt haben und mit dem Finger in sie eingedrungen sein, während sie schlief. „Ich habe es erst gar nicht geglaubt“ Als „Verrat und Schock“ habe sie es laut der Zeitung „Verdens Gang“ empfunden, dass der Angeklagte sie missbraucht und dabei gefilmt haben soll, berichtete die Frau. „Ich habe es erst gar nicht geglaubt“, sagte sie demzufolge. „Ich konnte nicht verstehen, dass Marius mir so etwas antun konnte.“ Sie habe so einen Blackout noch nie erlebt. „Vielleicht habe ich etwas eingeflößt bekommen, das ich nicht selbst zu mir genommen habe“, zitierte die Zeitung die Frau. Sie hatte laut NTB bereits am Dienstag ausgesagt, Høiby und sie hätten zunächst auf einer Toilette sehr kurz Sex gehabt. Danach könne sie sich an nichts mehr erinnern. Der norwegischen Zeitung „Verdens Gang“ sagte Høibys Verteidigerin, Ellen Holager Andenæs, am Mittwochmorgen über die Aussage ihres Mandanten: „Es ist sein Wunsch, sich zu erklären.“ Høiby stehe unter Druck. „Er hat große Angst vor der ganzen Situation“, sagte Andenæs nach dem ersten Verhandlungstag. Dazu trage auch die enorme öffentliche Aufmerksamkeit bei. Am Dienstag hatte der 29-Jährige die gegen ihn erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe zurückgewiesen und auch in anderen schwerwiegenden Anklagepunkten auf nicht schuldig plädiert. Seine Mutter, die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit, teilte derweil mit, eine geplante private Reise ins Ausland verschoben zu haben. Das bestätigte eine Sprecherin des Königshauses der Deutschen Presse-Agentur – begründete die Entscheidung auf Anfrage aber nicht. Eigentlich hatte Mette-Marit vorgehabt, zum Auftakt des Prozesses zu verreisen. Auch Norwegens Kronprinz Haakon will nicht zur Verhandlung gegen seinen Ziehsohn kommen. Mehrere Skandale belasten das Königshaus Gleich mehrere Skandale belasten derzeit seine Familie: Neben dem Vergewaltigungs-Prozess gegen Mette-Marits ältesten Sohn taucht der Name der Kronprinzessin Hunderte Male in den Akten zu Jeffrey Epstein auf. Sie soll über Jahre privaten Mail-Kontakt mit dem Sexualstraftäter gehabt haben. Hoiby wird vorgeworfen, vier Frauen vergewaltigt und mehrere Ex-Freundinnen körperlich und psychisch misshandelt zu haben. Insgesamt umfasst die Anklage gegen den aus einer früheren Beziehung der Kronprinzessin stammenden 29-Jährigen 38 Punkte. Der Prozess soll bis Mitte März dauern, Hoiby drohen bis zu 16 Jahre Gefängnis.