Deutschland schrumpft: Das war vor Weihnachten die Schlagzeile, die auf einer Bevölkerungsprognose des Statistischen Bundesamtes basierte. Vorschnell ließe sich daraus der Schluss ziehen, dass die Diskussion um den Wohnungsbau, die im abgelaufenen Jahr intensiv geführt wurde, unnötig sei. Wo weniger Menschen leben, wird auch nicht mehr so viel Wohnraum benötigt. So einfach ist es allerdings nicht. Denn die Entwicklung ist regional sehr unterschiedlich. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat es sich genauer angeschaut: Die wirtschaftsstarken Regionen werden zumindest bis 2035 weiter wachsen. Frankfurt, aber auch Offenbach, Darmstadt und Mainz, gehören demnach zu den Städten und Kreisen, deren Bevölkerungszahl in den nächsten zehn Jahren um mehr als fünf Prozent steigt. Rhein-Main-Region bleibt attraktiv Das ist eine gute Nachricht, zeigt sich doch, dass der Rhein-Main-Region eine hohe Attraktivität zugeschrieben wird. Auf der anderen Seite bleibt die Situation auf dem Wohnungsmarkt angespannt. Schon heute haben die Mieten vor allem in Frankfurt ein Niveau erreicht, das es für Normalverdiener schwer macht, eine bezahlbare Bleibe zu finden. Daran hat auch die Mietpreisbremse nichts geändert, die nicht nur ein ungeeigneter Versuch ist, Symptome zu kurieren, sondern vor allem die Ursachen nicht bekämpft. Wie wirkungslos sie ist, zeigt ein Modellprojekt der Stadt Frankfurt: Dabei wurde herausgefunden, dass bei 40 Prozent der auf Internetportalen angebotenen Wohnungen mutmaßlich unzulässig hohe Mieten verlangt werden. Der Stadt bleibt aber nichts anderes übrig, als an die Vermieter zu appellieren, sich doch bitte an Recht und Gesetz zu halten. Das wirkt hilflos und ändert nichts am zu geringen Angebot an Wohnraum. Auf Dauer wird sich die Situation nur entspannen, wenn neue Baugebiete ausgewiesen und Unternehmen in die Lage versetzt werden, wieder zu akzeptablen Kosten Wohnraum zu schaffen. Dafür gab es in diesem Jahr wichtige Impulse: Die hessische Bauordnung wurde überarbeitet, die Bundesregierung hat den Bauturbo beschlossen, und in Frankfurt wurde ein neuer Stadtteil auf den Weg gebracht. Das allein wird nicht reichen. Aber mit ein wenig Zuversicht darf man schon auf das Jahr 2026 blicken.
