Zum Abschied gab es noch einmal ein paar nette Worte. Er wünsche, sagte Markus Krösche über Elye Wahi, „für die kommenden Monate alles Gute“, nachdem sich am Neujahrsabend die Wege des Dreiundzwanzigjährigen und der Eintracht (zunächst) für ein halbes Jahr getrennt hatten. In der französischen Fußballliga, fügte der Sportvorstand der Frankfurter in seinem Statement an, habe der Stürmer „bereits gezeigt, was er imstande zu leisten ist“. Im Trikot der Hessen gelang es ihm dagegen nicht, die Erwartungen zu erfüllen. Mit dem Abgang zu OGC Nizza, der sich Wahis Dienste per Leihgeschäft bis Ende Juni sicherte, zogen beide Seiten bis auf Weiteres einen Schlussstrich unter eine unglückselige Arbeitsbeziehung; in 25 Pflichtspielen für die SGE schoss er lediglich einen Treffer, Mitte August in der ersten Pokalrunde beim 5:0-Sieg über die Amateure des FV Engers. Zu wenig für einen Profi, für den die Eintracht Ende Januar des Vorjahres rund 25 Millionen Euro an Olympique Marseille zahlte. Einen Transferflop dieser finanziellen Größenordnung hat es in den viereinhalb Jahren von Krösches Eintracht-Engagement bislang nicht gegeben. Der Fünfundvierzigjährige betonte, dass das Geschäft von der Überzeugung getragen werde, dass sich Wahi „sein Selbstvertrauen und Selbstverständnis“ im Einsatz für den Klub von der Mittelmeerküste zurückhole. Nizza belegt aktuell in der Ligue 1 den 13. Tabellenplatz und trifft an diesem Samstag (19.00 Uhr bei DAZN) auf Racing Straßburg. Kurz bevor Dino Toppmöller das achtundzwanzigköpfige Eintracht-Team – vier Torhüter, 24 Feldspieler – am Freitag bei winterlichen Temperaturen zum Wiedereinstieg in die Trainingsarbeit an der Arena im Stadtwald um sich versammelte, gab der Klub zudem bekannt, dass die unlängst nur in Ansätzen überzeugende Offensive neben Younes Ebnoutalib um eine weitere Angriffskraft ergänzt wird: Ayoube Amaimouni-Echghouyab wechselte mit sofortiger Wirkung von der TSG Hoffenheim zur SGE. Nach Informationen der F.A.Z. wurde für den Einundzwanzigjährigen, auf den auch Bayer Leverkusen und der VfB Stuttgart ein Auge geworfen hatten, eine Ablösesumme von 200.000 Euro fällig; das Portal Transfermarkt.de taxiert seinen aktuellen Wert auf zwei Millionen Euro. Im vergangenen Sommer stieg er mit der zweiten Mannschaft der Kraichgauer in die dritte Liga auf. Amaimouni-Echghouyab trug zum Durchmarsch aus der Regionalliga sieben Tore und neun Vorlagen bei. In der aktuellen Spielzeit kam der in Spanien geborene Marokkaner auf neun Treffer und sechs Assists. Für Sportdirektor Timmo Hardung passt Amaimouni-Echghouyab „mit seinem sportlichen Profil und seiner Entwicklungsfähigkeit sehr gut“ zur Mannschaft des Bundesligasiebten. Seine Dribbelstärke, Dynamik und Torgefahr sollen künftig die Variabilität auf der offensiven Außenbahn erweitern. Die Eintracht schaut nach vorn – ohne Wahi.
