Die Umsätze der Frankfurter Einzelhändler sind 2025 erstmals seit Ende der Corona-Pandemie zurückgegangen. So steht es in einem von der Industrie- und Handelskammer (IHK) veröffentlichten Zahlenspiegel, der sich bezüglich der Umsatzdaten auf das Nürnberger Marktforschungsunternehmen Michael Bauer Research beruft. 2025 lagen die Umsätze demnach bei knapp 1,2 Milliarden Euro, nach jeweils rund 1,3 Milliarden Euro in den Jahren 2023 und 2024. Die Kaufkraft der Bevölkerung in der Region ist den Zahlen zufolge schon 2024 leicht gesunken, 2025 setzte sich der Rückgang fort. Es geht dabei um die sogenannte einzelhandelsrelevante Kaufkraft, berechnet wird sie nach IHK-Angaben auf Basis der allgemeinen Kaufkraft abzüglich der Ausgaben für Mieten, Hypothekenzinsen, Versicherungen und Kraftfahrzeuge, für Reisen und Dienstleistungen. In der Innenstadt, das heißt in den Postleitzahlgebieten 60311 und 60313, gibt es laut IHK 936 Einzelhandelsunternehmen. Unter den insgesamt mehr als 3200 dort angesiedelten Unternehmen stellen sie die größte Gruppe vor der Bau- und Immobilienwirtschaft mit 886, der Finanzwirtschaft mit 786 und der Gastronomie mit 594 Unternehmen. Dies belege „eindrücklich die Bedeutung des Handels als Zugpferd und Besuchsmagnet der Frankfurter Innenstadt“, teilte der Geschäftsführer Standortpolitik der IHK Frankfurt, Alexander Theiss, mit. Allein das Einkaufszentrum MyZeil verzeichnet dem IHK-Zahlenspiegel zufolge jährlich rund 13 Millionen Besucher. Die Debatte über die Sicherheit in Innenstädten mache deren Bedeutung auch als soziale Kristallisationspunkte deutlich, heißt es in der IHK-Mitteilung weiter. „Wir wollen den Handel als Leitbranche stärken und die Frankfurter Innenstadt als lebendigen Ort des Einkaufens, Arbeitens und Verweilens weiterentwickeln.“ Nötig seien eine verstärkte Präsenz von Ordnungsdiensten, eine häufigere Reinigung zentraler Straßen und Plätze und „ein konsequentes Vorgehen gegen aggressive Bettelei, übermäßige Straßenmusik und Alkoholmissbrauch in Innenstadtlagen“. Theiss verwies ferner auf die Ergebnisse der Umfrage „Vitale Innenstädte“ von 2024. Sie hatte unter anderem ergeben, dass 43 Prozent der Besucher der Frankfurter Innenstadt von außerhalb kommen, die Mehrheit davon mit dem Auto. Außer in Sauberkeit und Sicherheit müsse die Stadt deshalb in die Erreichbarkeit der Innenstadt „mit allen Verkehrsmitteln“ investieren, forderte der IHK-Geschäftsführer für Standortpolitik.
