Nach dem plötzlichen Wintereinbruch am Dienstagnachmittag mit dichtem Schneetreiben in ganz Hessen und einer Warnung des Deutschen Wetterdienstes hat sich die Lage wieder normalisiert. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt jedoch davor, dass es am Mittwoch gebietsweise markante Glätte und Frost geben kann. Außerdem melden einige Schulen, dass es wegen der aktuellen Wetterlage keinen Präsenzunterricht geben wird. Mehrere Schulen in Mittelhessen teilen mit, dass es nur Distanzunterricht gebe. „Aufgrund von starkem Schneefall und Glätte“ würden der Unterricht und alle Exkursionen und Projekte abgesagt, hieß es etwa auf der Webseite der Wollenbergschule in Wetter (Landkreis Marburg-Biedenkopf). Geplante Aktionen würden als Distanzunterricht stattfinden, eine Notbetreuung sei vorgesehen. Die Johannes-Gutenberg-Schule in Ehringshausen (Lahn-Dill-Kreis) teilte auf ihrer Webseite mit: „Aufgrund der aktuellen winterlichen Wetterlage und der bereits aufgetretenen Schwierigkeiten bei der Schülerbeförderung“ finde Distanzunterricht statt. Das hessische Innenministerium hatte bereits am Dienstagabend auf mögliche witterungsbedingte Unterrichtsausfälle am Mittwoch hingewiesen. Hessenweit könne es aufgrund von Schneefall und Glatteis zu einem Ausfall des Präsenzunterrichts kommen, teilte das Innenministerium über die Warnapp HessenWarn mit. Betrieb läuft am Frankfurter Flughafen wieder störungsfrei Wegen Schnee und Eisglätte auf den Straßen und Schienen ging es am Dienstag vielerorts kaum noch voran. Probleme gab es auch am Frankfurter Flughafen, dort mussten viele Flugzeuge enteist werden und es kam zu verspäteten Starts. 144 von 922 Flügen mussten gestrichen werden, auf den Start- und Landebahnen lag eine dichte Schneedecke. Am späteren Abend normalisierte sich die Lage, der Mittwoch begann störungsfrei. Es komme am Morgen zu keinen weiteren Annullierungen oder Verspätungen aufgrund der Witterung, teilte eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport mit. Bereits am Dienstagabend meldeten die Verkehrs- und Polizeidirektionen, dass sich die Lage entspannt habe. Auf den Straßen hätten sich die kilometerlangen Staus wieder aufgelöst. Länger dauerte das auf der A3, wo sich der Verkehr am späten Nachmittag auf knapp 30 Kilometern Länge gestaut hatte. Zwei der drei Fahrspuren von Frankfurt nach Limburg sind nach Angaben der Rettungsstelle wieder frei und weitgehend von Schnee und Eis geräumt. Kilometerlange Staus wegen Schnee und Eisregen Dort wie im gesamten Rheingau-Taunus-Kreis war die Lage besonders schlimm, da vor dem Schnee zunächst ein Eisregen niedergegangen war. Deshalb hätten dann sehr schnell und an vielen Orten Autos und Lastwagen auf den Straßen quer gestanden. Auch auf den Autobahnen A3, A66 und A67 kam der Verkehr über Stunden nur noch stockend voran. Auf der Autobahn A3 zeigten die Verkehrsdaten Staus und stockenden Verkehr von Frankfurt bis nach Limburg. Im Frankfurter Stadtgebiet wurden nach Angaben der Polizei binnen drei Stunden rund 50 Unfälle gemeldet. Dabei habe es sich größtenteils um Blechschäden gehandelt, hieß es. Laut der Autobahnpolizei Frankfurt gab es auf der 661 und auf der A66 einzelne Unfälle. Schwierig war die Lage am Dienstag auch in Mittelhessen, wo es auf schneeglatten Straßen am Nachmittag zu zahlreichen Unfällen kam. Innerhalb von etwa zwei Stunden wurden der Polizei rund 35 bis 40 Glätteunfälle gemeldet, „das werden sicher noch mehr“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessen. Auf der Autobahn 5 nahe Grünberg und nahe der Raststätte Wetterau sowie auf der A485 zwischen den Anschlussstellen Licher Straße und Grünberger Straße kamen zudem mehrere Lastwagen auf den verschneiten Fahrbahnen nicht weiter. Kurzzeitiges Chaos Das Polizeipräsidium Südosthessen meldete am Dienstagabend 16 Unfälle, deren Ursache wohl Schnee und Eis waren. Zumeist waren es Auffahrunfälle, auf der B45 wurden gleich mehrere gezählt. Beim Polizeipräsidium Südosthessen sprach man zunächst von einem knappen Dutzend gemeldeter Unfälle. Dabei habe es auch Blessuren gegeben. „Kurzzeitig ist Chaos ausgebrochen, aber ohne gravierende Folgen“, sagte ein Sprecher. Auch im Bereich des Polizeipräsidiums Westhessen gab es, einem Sprecher zufolge, witterungsbedingt vermehrt Unfälle. Auch dort wurden zunächst lediglich Blechschäden registriert. In Nordhessen war die Verkehrslage am Nachmittag zunächst noch ruhig. „Es gab bislang nur drei kleinere Unfälle im Bereich Waldeck-Frankenberg“, sagte eine Sprecherin der Polizei. Dabei sei niemand verletzt worden. Auch in Südhessen hatte die Polizei zunächst keine größeren Hinweise auf Glätteunfälle. Busverkehr eingestellt Wegen des Wintereinbruchs wurde in mehreren Städten und Kreisen der Busverkehr eingestellt. „Die Straßenverhältnisse lassen einen regulären Betrieb im Großteil des Liniennetzes nicht zu“, teilte etwa die Wiesbadener Gesellschaft Eswe mit. Ähnlich äußerten sich die Stadtwerke Marburg: „Aufgrund der eingetretenen Witterungsbedingungen bzw. schneeglatter Straßen muss der Stadtbusbetrieb vollständig bis auf Weiteres eingestellt werden“, teilten sie mit. Ein gefahrloser Betrieb lasse sich „unter diesen Umständen nicht durchführen“. Laut dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) gab es unter anderem auch Ausfälle in Landkreis Gießen (Busverkehr vorübergehend eingestellt)Stadt Wetzlar (Verkehr vorübergehend eingestellt)Wetteraukreis (Busverkehr vorübergehend eingestellt)Vogelsbergkreis (Busverkehr vorübergehend eingestellt)Rheingau-Taunus-Kreis (Busverkehr vorübergehend eingestellt)Hochtaunuskreis (Busverkehr überwiegend eingestellt)Stadt Wiesbaden (Busverkehr vorübergehend eingestellt)Kreis Offenbach (Busverkehr teilweise eingestellt) Landesweit hatte der Wetterdienst mit drei bis acht Zentimetern Neuschnee gerechnet, lokal aber auch mit bis zu 20 Zentimetern. Die sollen beispielsweise in der Wetterau bis zum frühen Abend auch gefallen sein. Inzwischen haben sich die Warnungen vor stärkerem Schneefall in Richtung Norden verschoben.
