Diesmal hat sich die Warnung des Deutschen Wetterdienstes erfüllt: In ganz Hessen hat am Dienstagnachmittag dichtes Schneetreiben geherrscht, und es ging wegen Schnee und Eisglätte auf den Straßen und Schienen kaum noch voran. Inzwischen melden die Verkehrs- und Polizeidirektionen, dass sich die Lage entspannt habe. Und bis auf der Autobahn A3 haben sich die kilometerlangen Staus auch schon wieder aufgelöst. Damit wird in den nächsten Stunden auch auf der A3 gerechnet, wo sich der Verkehr am späten Nachmittag auf knapp 30 Kilometern Länge gestaut hatte. Zwei der drei Fahrspuren von Frankfurt nach Limburg sind nach Angaben der Rettungsstelle wieder frei und weitgehend von Schnee und Eis geräumt. Dort wie im gesamten Rheingau-Taunus-Kreis war die Lage besonders schlimm, da vor dem Schnee zunächst ein Eisregen niedergegangen war. Deshalb hätten dann sehr schnell und an vielen Orten Autos und Lastwagen auf den Straßen quergestanden. Auch auf den Autobahnen A3, A66 und A67 kam der Verkehr über Stunden nur noch stockend voran. Auf der Autobahn A3 zeigten die Verkehrsdaten Staus und stockenden Verkehr von Frankfurt bis nach Limburg. Weiter Verspätungen am Flughafen Der Wintereinbruch sorgte auch am Flughafen Frankfurt für Verzögerungen und Flugausfälle. Auf der Website sind zahlreiche Verspätungen und annullierte Flüge verzeichnet. Im Frankfurter Stadtgebiet wurden nach Angaben der Polizei binnen drei Stunden rund 50 Unfälle gemeldet. Dabei habe es sich größtenteils um Blechschäden gehandelt, hieß es. Laut der Autobahnpolizei Frankfurt gab es auf der 661 und auf der A66 einzelne Unfälle. Schwierig war die Lage auch in Mittelhessen, wo es auf schneeglatten Straßen am Nachmittag zu zahlreichen Unfällen kam. Innerhalb von etwa zwei Stunden wurden der Polizei rund 35 bis 40 Glätteunfälle gemeldet, „das werden sicher noch mehr“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessen. Auf der Autobahn 5 nahe Grünberg und nahe der Raststätte Wetterau sowie auf der A485 zwischen den Anschlussstellen Licher Straße und Grünberger Straße kamen zudem mehrere Lastwagen auf den verschneiten Fahrbahnen nicht weiter. Kurzzeitiges Chaos Das Polizeipräsidium Südosthessen meldete am Abend 16 Unfälle, deren Ursache wohl Schnee und Eis waren. Zumeist waren es Auffahrunfälle, auf der B45 wurden gleich mehrere gezählt. Beim Polizeipräsidium Südosthessen sprach man zunächst von einem knappen Dutzend gemeldeter Unfälle. Dabei habe es auch Blessuren gegeben. „Kurzzeitig ist Chaos ausgebrochen, aber ohne gravierende Folgen“, sagte ein Sprecher. Auch im Bereich des Polizeipräsidiums Westhessen gab es, einem Sprecher zufolge, witterungsbedingt vermehrt Unfälle. Auch dort wurden zunächst lediglich Blechschäden registriert. In Nordhessen war die Verkehrslage am Nachmittag zunächst noch ruhig. „Es gab bislang nur drei kleinere Unfälle im Bereich Waldeck-Frankenberg“, sagte eine Sprecherin der Polizei. Dabei sei niemand verletzt worden. Auch in Südhessen hatte die Polizei zunächst keine größeren Hinweise auf Glätteunfälle. Busverkehr eingestellt Der öffentliche Nahverkehr ist dagegen vielerorts zum Erliegen gekommen. Am Nachmittag wurden etwa in Wiesbaden und dem Hochtaunus alle Busverbindungen eingestellt. Die Liste des Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), die Einstellungen, Ausfälle und Verspätungen meldet, betraf fast das ganze Bundesland. In etlichen Regionen fuhren am Abend zumindest wieder vereinzelte Busse. Auch der S-Bahn-Verkehr war wegen des Wetters teilweise gestört. Landesweit hatte der Wetterdienst mit drei bis acht Zentimetern Neuschnee gerechnet, lokal aber auch mit bis zu 20 Zentimetern. Die sollen beispielsweise in der Wetterau bis zum frühen Abend auch gefallen sein. Inzwischen haben sich die Warnungen vor stärkerem Schneefall in Richtung Norden verschoben.
