Nach schweren Stürmen, Erdrutschen und Überschwemmungen in Asien ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 1000 gestiegen. Die Zahl der Toten könnte noch weiter steigen, da manche Flutgebiete noch von der Außenwelt abgeschnitten sind. 502 Menschen waren allein auf der indonesischen Insel Sumatra getötet worden, 508 werden dort noch vermisst. Auf Sri Lanka sind den Zahlen vom Montag zufolge 330 Menschen in der Folge des Zyklons Ditwah ums Leben gekommen, 350 werden noch vermisst. Im Süden Thailands starben 162 Menschen, die meisten davon in Hat Yai, wo laut der lokalen Presse an einem Tag die schwersten Regenfälle seit 300 Jahren gemessen worden waren. Auch im Norden Malaysias standen im Bundesstaat Perlis große Landstriche unter Wasser. Dort kamen zwei Menschen ums Leben. Militär hilft bei Rettungseinsätzen In Indonesien und Sri Lanka ist das Militär an den Rettungseinsätzen beteiligt. Jakarta schickte drei Kriegsschiffe und zwei Hospitalschiffe in das Gebiet. Für viele der betroffenen Regionen sind die Überschwemmungen der vergangenen Tage die schwerste Naturkatastrophe seit Jahren. Auch weitere Länder sind von den Auswirkungen getroffen, darunter der Süden Indiens, wo der Zyklon Ditwah am Montag das Gebiet vor den Küsten Tamil Nadus und Puducherrys erreicht hatte. Der Wirbelsturm hat sich dort aber bereits zu einem Tiefdruckgebiet abgeschwächt. Auslöser für die Überschwemmungen waren unter anderem außergewöhnlich starke Monsunniederschläge sowie ein ungewöhnlicher Tropensturm, der sich in der Straße von Malakka gebildet hatte, der schmalen Meerenge zwischen Sumatra und dem malaysischen Festland. Der indonesische Präsident Prabowo Subianto stellte bei einem Besuch im Katastrophengebiet auf Sumatra einen Zusammenhang mit der globalen Erderwärmung her und warnte die örtlichen Behörden, sich stärker auf derartige Ereignisse in der Zukunft einzustellen. „Die Regierung muss uneingeschränkt funktionieren, um die Umwelt zu schützen und zukünftige Bedingungen zu antizipieren. Vielleicht müssen alle Regionen darauf vorbereitet sein, sich den Auswirkungen des Klimawandels zu stellen“, sagte Prabowo. Anders als Thailand und Sri Lanka hat Indonesien keinen Notstand ausgerufen. Der Präsident begründete dies damit, dass sich die Lage auf Sumatra langsam entspanne. „Das Schlimmste ist hoffentlich vorbei“, sagte er. Auf Sri Lanka, wo auch die Hauptstadt Colombo teilweise unter Wasser stand, sollte nach abflauenden Regenfällen das Wasser langsam abfließen. Die Regierung hatte Militärhubschrauber eingesetzt, um Anwohner aus den Flutgebieten zu retten und Lebensmittel zu verteilen. Die Regierung bat die internationale Gemeinschaft um Hilfe. Die ganzen Folgen der Flutkatastrophe werden sich wohl erst nach und nach offenbaren. Im südthailändischen Hat Yai haben die Aufräumarbeiten begonnen. Dort haben der lokalen Presse zufolge die Behörden innerhalb eines Tages mehr als 300 Tonnen Schutt und Müll entfernt.
