FAZ 16.12.2025
14:51 Uhr

Fluglärmkommission attackiert: Maßlose Kritik nützt niemandem


Ohne die Fluglärmkommission wäre es lauter am und rund um den Flughafen Frankfurt. Ihr Erfolg basiert auf Dialog- und Kompromissbereitschaft. Das will nicht jeder Kritiker einsehen.

Fluglärmkommission attackiert: Maßlose Kritik nützt niemandem

Es ist das gute Recht von flughafenkritischen Bürgerinitiativen, die Arbeit der Frankfurter Fluglärmkommission zu kritisieren. Wenn man aber die Kritik mit der apodiktischen Unterstellung eröffnet, dass das Konzept der Kommission ohnehin darauf angelegt sei, den Schutz vor Fluglärm konsequent der Wettbewerbsfähigkeit der Luftverkehrswirtschaft unterzuordnen, entzieht man einem kritischen Dialog die Grundlage. Dann setzt man sich dem Verdacht aus, dass es einem nicht darum geht, auf der Basis der rechtlich durch alle Instanzen geprüften Ausbauentscheidung die bestmögliche Entlastung für die Anrainer des Flughafens auszuhandeln, sondern zu diskreditieren. Wenn man dann noch den der Kommission zuarbeitenden Gremien Intransparenz und Willkür vorhält, was mit einem „demokratischen Anstrich“  lediglich camoufliert werde, wird diese Befürchtung zur Gewissheit. Wenn man sich in dieser Weise einlässt, kann man auch nicht ernsthaft glauben, dass man sich tatsächlich für die Interessen der von Fluglärm belasteten Anrainer des Frankfurter Flughafens einsetzt. Eine derart pauschale Kritik verunglimpft nicht nur die zuarbeitenden Fachgremien, sondern auch die sich in der Fluglärmkommission engagierenden Kommunalpolitiker.  Was auch immer man vorgibt, erreichen zu wollen, auf dieses Weise wird das nicht funktionieren. Tatsächlich wird eine solche Kritik in keiner Weise dem gerecht, was die Frankfurter Fluglärmkommission seit ihrer Gründung 1966 im Interesse eines Ausgleichs zwischen Flughafenanrainern und der wirtschaftlichen Bedeutung des größten deutschen Flughafens erreicht hat. Die Frankfurter Fluglärmkommission wurde aus gutem Grund Modell für andere Großflughäfen. Aber bei der Beurteilung ihrer Arbeit muss man sich der Tatsache bewusst sein, dass es wesentlich um die schwierige Aufgabe ging und geht, im Dialog auch den bereits genehmigten Fluglärm zu verringern. Die Themen der Fluglärmkommission waren und sind komplex. Die Durchsetzung von Nachtflugbeschränkungen am Frankfurter Flughafen, das Anfliegen in größeren Höhen vor dem Endanflug, der Segmented Approach,  das Umfliegen von Siedlungsgebieten: Das sind einige Beispiele für das letztlich im Sinne der Anwohner erfolgreiche Wirken der Kommission. Dass Ergebnisse immer Kompromisse zwischen den Interessen der Anrainer und denen der Luftverkehrswirtschaft sind, lässt sich nicht vermeiden. Zur Wahrheit gehört auch, dass es bei der Arbeit der Kommission vor allem darum geht, den Fluglärm so zu verteilen, dass besonders stark betroffene Anrainer in Zukunft etwas weniger Lärm abbekommen — was in der Regel zulasten anderer geht. Das ist der Preis, den der Wirtschaftsfaktor Flughafen fordert.