Da ist sie verwurzelt – noch. Im Hinterhof eines Privatgrundstücks in Sömmerda nordöstlich von Erfurt steht am Samstagmorgen noch die Fichte, die bald befördert wird. Der stolze Baum, 16 Meter hoch, kerzengerade gewachsen, mit gleichmäßigen Ästen zu allen Seiten, wird zum Weihnachtsbaum am Brandenburger Tor. Und das hat Tradition: Bereits zum elften Mal kommt die Fichte fürs Berliner Triumphtor aus Thüringen. Sie musste sich gegen harte Konkurrenz durchsetzen. „Wir suchen das ganze Jahr über geeignete Weihnachtsbäume“, sagte ein Sprecher der Thüringer Landesforstanstalt. Wichtig sei eine perfekte Kegelform, Äste bis zum Boden und dichte Nadeln. Außerdem sei es noch wichtig, dass die Spezialfahrzeuge gut an den Baum heranfahren können. Das war in diesem Fall gerade noch möglich: Die Fichte wurde bei bitterkalten Temperaturen im Sömmerdaer Ortsteil Schallenburg mithilfe eines Schwerlastkrans auf einen Tieflader verladen und trat dann die ungefähr 270 Kilometer lange Reise nach Berlin an. Am Montag schließlich stand das Technische Hilfswerk am Brandenburger Tor bereit, um den Baum wieder aufzurichten. An diesem Dienstag sollen mehrere Dekorateure die Fichte mit 14.000 energiesparenden LED-Lichtkörpern und Hunderten Weihnachtskugeln schmücken. Eingeschaltet wird die Beleuchtung aber erst am ersten Advent gegen 16 Uhr.
