Nach dem Großbrand in einem Wohnkomplex in Hongkong ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 146 gestiegen. Zudem gelten nach wie vor mehr als 40 Menschen als vermisst, wie die Polizei in einer im öffentlich-rechtlichen Rundfunksender RTHK ausgestrahlten Pressekonferenz mitteilte. Insofern könne man nicht ausschließen, dass die Zahl der Opfer noch weiter steigt, hieß es. 79 Menschen wurden durch das Feuer verletzt. Die Einsatzkräfte haben mittlerweile vier der sieben ausgebrannten Wohntürme durchsucht. Dabei erschwerten vor allem die schlechten Sichtverhältnisse die Arbeit, teilte die Polizei mit. Die Wohnungen seien aufgrund der Verwüstungen durch die Flammen extrem dunkel. Die Durchsuchung der verbliebenen Wohntürme könne potentiell noch mehrere Wochen andauern. Für die Ermittlungen zur Unglücksursache schlossen sich mehrere Behörden zusammen. Die Antikorruptionsbehörde der Stadt hatte im Zusammenhang mit dem Feuer acht Menschen festgenommen, drei weitere Personen nahm die Polizei wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung fest. Das indonesische Konsulat in Hongkong teilte mit, dass mindestens sieben Staatsangehörige bei dem Brand ums Leben gekommen seien. Auch ein philippinischer Staatsbürger war unter den Toten, wie das Konsulat des Landes am Samstag mitteilte. Die Baubehörde von Hongkong ordnete unterdessen die Aussetzung der Arbeiten an 30 privaten Bauprojekten in der Metropole an. Zum Gedenken an die Toten des Brands hatte am Samstag in Hongkong eine dreitägige Staatstrauer begonnen. Der Regierungschef der chinesischen Sonderverwaltungszone, John Lee, gedachte mit einer dreiminütigen Schweigeminute gemeinsam mit Ministern und Dutzenden ranghohen Beamten der Opfer, wie örtliche Medien berichteten. Bis zu diesem Montag würden die National- und Regionalflaggen an allen Regierungsgebäuden auf Halbmast gesetzt, hieß es in einer Mitteilung der Regierung. Das Innenministerium habe für die Zeit der Staatstrauer in allen 18 Bezirken Kondolenzbücher ausgelegt. Auch von kirchlicher Seite wurde der Opfer gedacht. Papst Leo XIV. versicherte „allen, die unter den Folgen dieser Katastrophe leiden, insbesondere den Verletzten und den trauernden Familien“, seine spirituelle Solidarität.
