FAZ 11.01.2026
10:46 Uhr

Feiertag zur Fußball-WM?: Schottland macht blau


Schottlands Regierungschef John Swinney will seinen Landsleuten einen Feiertag schenken. Daran könnte sich Bundeskanzler Friedrich Merz ein Beispiel nehmen. Von wegen Geiz ist geil!

Feiertag zur Fußball-WM?: Schottland macht blau

Da mache noch mal jemand Witze über die angeblich geizigen Schotten, deren Rezept für Tomatensuppe darin bestehe, heißes Wasser in rote Teller zu schütten, oder die einen Fußballklub auflösen, weil der Ball verloren gegangen sei. Dass die Geiz-ist-geil-Mentalität nicht mehr als ein armseliges Klischee ist, zeigt die Generosität des Regierungschefs. Damit seine Landsleute das erste WM-Spiel Schottlands seit 28 Jahren auskosten können, hat John Swinney bei der britischen Krone einen Feiertag beantragt. Man mag den Vorstoß, dass die Schotten am Montag nach dem Spiel gegen Haiti offiziell blaumachen dürfen, populistisch finden, zumal mit Blick auf die anstehenden Parlamentswahlen. Swinney verkauft seine Idee aber als Konjunkturspritze: Nach einem gelungenen WM-Auftakt würden die Schotten am freien Tag feiern und viel Geld ausgeben. Könnte sich die Bundesregierung die Idee nicht zu eigen machen? Ein Feiertag anlässlich des ersten und damit, hihi, sporthistorischen Duells mit Curaçao würde das Bruttoinlandsprodukt zwar um 0,1 Prozentpunkte mindern. Doch die Laune der Deutschen würde um ein Vielfaches steigen. Zugleich zöge Kanzler Merz eine Brandmauer zu den Miesmachern der AfD, die ja außerstande sind, sich mit dem deutschen Nationalteam zu freuen.