Die Fastfood-Welt ist eine Welt der Trends. Der Döner gehört nicht dazu – der hat sich schleichend zu einem deutschen Traditionsgericht entwickelt. Beim Hamburger sieht es schon anders aus: Der ist bei uns einst durch die großen amerikanischen Burgerketten populär geworden, hat zuletzt aber als Smashburger einen geradezu hysterischen Hype erlebt. Pulled Pork hat sich ebenfalls etabliert. Die Hot-Dog-Welle aber war verebbt, bevor sie richtig begonnen hatte. Bleiben die guten alten Pommes. Um die gab es vor gut zehn Jahren auch einen gewaltigen Rummel. Nicht wegen der „echten holländischen Friet“, die bei uns schon viel länger einen legendären Ruf haben. Nein, der Anstoß kam aus Kanada und hieß „Poutine“. Die Erfinder des inzwischen zur Großkette gewordenen „Frittenwerk“-Konzepts waren die Ersten, die diese nordamerikanische Fastfood-Variante hierzulande populär gemacht haben. Erst in Nordrhein-Westfalen und dann im Rest der Republik. In Frankfurt haben sie im August 2017 ihr erstes Lokal an der Kaiserstraße eröffnet, im Einkaufszentrum Skyline Plaza gibt es seit einigen Wochen die dritte Filiale. Foodcourt im Enkaufszentrum Der dortige Foodcourt erstreckt sich über zwei Etagen und reiht einen Fastfood-Laden an den anderen. Pizza und Pasta, Döner und Burger, Bratwurst und Burritos, Sushi und Fischbrötchen, Warps und Currys – hier gibt es einfach alles, was sich umstandslos aus der Hand oder an einem der zahllosen kleinen Tische vertilgen lässt. Das „Frittenwerk“ hat einen der größeren Plätze im Obergeschoss mit eigenen Sitzgelegenheiten bekommen. Künstliche Pflanzen, helles Holz und Leuchtschrift mit Sprüchen wie „Fries Fries Baby“ und „Thank God it’s Friesday“ dominieren das Bild. Die Bestellungen werden an Terminals oder an der Theke aufgegeben. Und das ist schon eine Herausforderung für sich – denn das Angebot ist enorm. Zur Auswahl stehen zunächst einmal drei Sorten Pommes: klassisch, mit Knoblauch oder als scharf gewürzte „Fire Fries“. Alle drei Versionen können die Gäste pur oder mit „Sweet Cheesy“-, „Triple Cheese“- oder „Trüffel Supreme“-Topping bestellen. Dazu kann man auch eine klassische oder eine vegane Currywurst ordern. Außerdem gibt es Falafel, „Chicken Bites“, ein paar Salate und sage und schreibe 13 Baked-Potato-Varianten, dazu sind 14 unterschiedliche Dips zu haben. So kann man schon den Überblick verlieren, bevor man überhaupt zum zentralen Angebot des „Frittenwerks“ vorgestoßen ist: der Poutine. Aber was ist Poutine? Im Grunde die kanadische Version dessen, was man in Holland als „Friet speciaal“ und in einigen Gegenden Deutschlands als „Pommes-Zaziki“ kennt: eine Portion Fritten, die unter einer gewaltigen Menge Mayonnaise, Curryketchup und gehackten Zwiebeln oder einem Berg Knoblauch-Gurken-Dip begraben wird. Nur dass bei der klassischen, kanadischen Poutine Bratensoße mit Käsebröckchen zum Einsatz kommt. Im „Frittenwerk“ wird das kanadische Nationalgericht in elf Varianten unter die Leute gebracht. Als „Classic Quebec“ mit Bratensoße und Mozzarella etwa. Oder als „Montreal Style“ mit Pilzrahmsoße, Mozzarella und Radieschen. Und dann mit allen möglichen Toppings von „Chicken Shawarma“ und „Chili Cheese“ über „BBQ Pulled Pork“ und „Chicken BBQ“ bis „Istanbul Street Fries“ und „Tijuana Street Fries“. Das ist auf den ersten Blick überwältigend vielseitig, folgt am Ende aber immer dem gleichen Muster: Dickgeschnittene Pommes werden mit einem aus meist drei oder vier Zutaten bestehenden und in den meisten Fällen zupackend gewürzten Topping serviert – in Pappschälchen für die Laufkundschaft oder in abwaschbaren Plastikschalen für jene, die lieber Platz nehmen wollen. Und der Geschmack? Die Qualität? Erstaunlich gut. Die Pommes sind vergleichsweise fest, so dass sie nicht im Null Komma nichts matschig werden. Die Portionen (zwischen 7,90 und 10,50 Euro) sind sättigend, aber nicht überladen. Und die Toppings sind geschmacklich durchaus durchdacht und nicht überwürzt. Kein Vergleich zu dem, was an vielen Autobahn-Raststätten inzwischen als Poutine-Abklatsch angeboten wird: überteuerte, zusammengeschüttete „Snackboxen“ mit Schnitzel- und Hühnchenstücken oder Falafel. Da spielen die „Frittenwerker“ mit ihren inzwischen 56 Filialen in Deutschland tatsächlich in einer anderen Fastfood-Liga. „Frittenwerk“, im Skyline Plaza, an der Kaiserstraße 76 und im Hauptbahnhof. Öffnungszeiten, Menü und weitere Informationen im Internet unter www.frittenwerk.com.
