FAZ 13.01.2026
22:29 Uhr

Fans pfeifen in Bundesliga: Dortmund lässt gegen Bremen nur phasenweise die Muskeln spielen


Drei Tore, klarer Sieg – aber nur wenige Glanzmomente: Gegen Werder Bremen sichert sich der BVB die nächsten drei Punkte in der Bundesliga. Zur Halbzeit aber gibt es ein gellendes Pfeifkonzert von den Rängen.

Fans pfeifen in Bundesliga: Dortmund lässt gegen Bremen nur phasenweise die Muskeln spielen

Erfolgreich, aber weiter ohne Glanz: Borussia Dortmund hat Werder Bremen besiegt und den zweiten Tabellenplatz in der Fußball-Bundesliga gefestigt. Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac bezwang die Hanseaten erst dank zweier später Treffer deutlich 3:0 (1:0). Vor 81.365 Zuschauern erzielten Nico Schlotterbeck (11. Minute), Marcel Sabitzer (76.) und der eingewechselte Serhou Guirassy (83.) die Tore für den BVB. Die drei Treffer übertünchten damit einen spielerisch lange dürftigen Auftritt der daheim in der Liga weiter ungeschlagenen Dortmunder. Guirassy beendete zudem eine persönliche Negativserie. Der Angreifer traf erstmals seit Ende Oktober wieder in der Liga. „Wir haben die erste Halbzeit echt Probleme gehabt, in der zweiten dann souverän gespielt. Wir sind auf einem ordentlichen Weg, aber keinem perfekten“, sagte Nationalspieler Schlotterbeck bei Sky, „wir müssen echt noch ein paar Steps gehen. Irgendwann kommen die entscheidenden Spiele, dann musst du da sein.“ Werder hat nun bereits sechs Pflichtspiele am Stück nicht gewonnen. Das Team von Coach Horst Steffen, dessen Partie gegen die TSG Hoffenheim am vergangenen Wochenende wetterbedingt ausgefallen war, muss nach dem missglückten Jahresstart aufpassen, nicht noch richtig in den Kampf gegen den Abstieg zu rutschen. Kovac verzichtete in der Startelf auf den zuletzt formschwachen Guirassy und bot stattdessen Fábio Silva im Sturmzentrum auf. Zunächst wurde der BVB jedoch in der Defensive gefordert. Keeper Gregor Kobel war bei einem Werder-Konter gegen Justin Njinmah zur Stelle, Marco Grüll setzte einen Distanzschuss über das Dortmunder Tor. Die Gastgeber hatten in einer nervösen Anfangsphase sichtlich Mühe mit den hoch anlaufenden Bremern. Dortmund leistete sich Fehler im Aufbauspiel und hatte Glück, dass die Grün-Weißen diese nicht nutzten. Eine Ecke brachte dann quasi aus dem Nichts die Führung. Schlotterbeck kam drei Meter vor dem Werder-Tor erstaunlich frei zum Kopfball und ließ sich diese Chance nicht entgehen. Pfiffe zur Pause Sicherheit gab das dem BVB aber nicht. Njinmah hatte aus abseitsverdächtiger Position den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte freistehend jedoch abermals an Kobel. Werder blieb auch danach die bessere Mannschaft, hatte mehr Ballbesitz und gewann mehr Zweikämpfe. Rund um den Dortmunder Strafraum trafen die Gäste aber zu viele falsche Entscheidungen. Wie unzufrieden die Dortmunder Fans trotz Führung mit dem Auftritt ihrer Mannschaft waren, machten sie mit dem Pausenpfiff deutlich. Mit einem lauten Pfeifkonzert verabschiedeten sie ihre Spieler in die Kabine. Sabitzer entscheidet das Spiel Nach dem Seitenwechsel kam der BVB etwas besser ins Spiel. Begeisternden Offensivfußball bot Dortmund aber weiterhin nicht. Die Westfalen leisteten sich jedoch weniger Unzulänglichkeiten im Spielaufbau und hatten Gelegenheiten, den Vorsprung auszubauen. Bei einer Dreifach-Chance kamen Maximilian Beier und Silva jedoch nicht an Werder-Keeper Mio Backhaus und der Abwehr der Gäste vorbei. Eine Viertelstunde vor dem Ende machte es Sabitzer besser. Der Mittelfeldspieler traf mit einem harten und platzierten Schuss zur Entscheidung. Der eingewechselte Guirassy legte sogar noch einen weiteren Treffer nach.