FAZ 13.02.2026
14:19 Uhr

Fall Nancy Guthrie: Sie wurde im Schlaf überrascht


Das FBI sucht wegen der Entführung von Nancy Guthrie nach einem etwa 1,80 Meter großen Verdächtigen mit auffälligem Wanderrucksack. Die Belohnung für Hinweise wurde auf 100.000 Dollar erhöht.

Fall Nancy Guthrie: Sie wurde im Schlaf überrascht

Fast zwei Wochen nach dem Verschwinden von Nancy Guthrie, der Mutter der amerikanischen Fernsehmoderatorin Savannah Guthrie, suchen die Behörden im Bundesstaat Arizona und die Bundespolizei (FBI) nach einem etwa 1,80 Meter großen Verdächtigen mit einem auffälligen Wanderrucksack. Wie die Auswertung einer Überwachungs­kamera ergab, soll der mutmaßliche Entführer am frühen Morgen des 1. Februar versucht haben, sich maskiert Zutritt zu dem Haus der Vierundachtzigjährigen in Catalina Foothills bei Tucson zu ver­schaffen. Die Aufnahme zeigte zudem eine Handfeuerwaffe, die der Verdächtige am Gürtel trug. „Wir hoffen, dass die Details zu dem möglichen Täter helfen, die Hinweise einzugrenzen“, teilte das Büro des FBI in Phoenix am Donnerstag mit. In den vergangenen fast zwei Wochen waren mehr als 13.000 Hinweise eingegangen. Das FBI erhöhte die Belohnung für Tipps, die zu der Entführten oder dem Täter führen, ­inzwischen von 50.000 auf 100.000 Dollar. Gemeinsam mit ihren Geschwistern ­Annie und Cameron hatte sich auch Savannah Guthrie seit dem Verschwinden ihrer Mutter wiederholt per Video an die Entführer gewandt. „Wir zahlen“, sagte die Moderatorin der Morgensendung „Today“ bei NBC via Instagram, nachdem in der vergangenen Woche mehrere Lösegeldforderungen bei der Familie und ­Medien eingegangen waren. Der Entführer, der angeblich sechs Millionen Dollar verlangte, nahm aber keinen Kontakt auf. Auch ein Lebenszeichen von Guthrie, das ihre Kinder in sozialen Medien forderten, erreichte den Sheriff des Bezirks Pima und das FBI bislang nicht. Die Vierundachtzigjährige leidet unter einer Herzkrankheit und benötigt Medikamente. Ermittler fanden Blutspuren Zuletzt war Nancy Guthrie am Abend des 31. Januar gesehen worden, als ihr Schwiegersohn sie nach einem gemein­samen Abendessen vor ihrem Haus absetzte. Als sie am nächsten Tag nicht wie üblich den Gottesdienst besuchte, verständigte die Familie die Polizei. Vor der Tür des Ziegelbungalows, den Guthrie allein bewohnte, fanden die Ermittler später Blutspuren. Laut Medienberichten gehen sie davon aus, dass Guthrie im Schlaf überrascht wurde. Die Suche nach Spuren, auch in ihrem Garten, einem Abwasser­kanal und dem Haus ihres Schwiegersohns, blieb anfangs erfolglos. Am Donnerstag entdeckten Ermittler in der Nähe ihres Hauses schließlich ein Paar schwarze Lederhandschuhe, die den Handschuhen des Maskierten ähnelten. Das Ergebnis einer DNA-Analyse steht aus. „Alle Utensilien, die in dem Video zu sehen sind, wie Rucksack, Holster, Waffe, Jacke, Skimaske und auch die Taschenlampe im Mund des Verdächtigen tragen besondere Merkmale. Sie bieten neue Ansätze für Ermittlungen“, sagte der frühere FBI-Beamte Lance Leising dem Sender CBS am Donnerstag. Savannah Guthrie versuchte die Entführer derweil mit jahrzehntealten Familienvideos zu erreichen, die ihre Mutter mit deren damals drei kleinen Kindern zeigten: „Wir werden nie aufhören, nach ihr zu suchen.“