FAZ 12.12.2025
22:49 Uhr

Fahrplanwechsel der Bahn: Das kommt auf die Reisenden zu


Keine Preiserhöhungen im Fernverkehr, dafür jede Menge Baustellen und direkte Anbindung an mehr europäische Städte: Diese Änderungen bringt der Fahrplanwechsel der Bahn.

Fahrplanwechsel der Bahn: Das kommt auf die Reisenden zu

Ab Sonntag gilt der neue Fahrplan der Bahn. Während in den vergangenen Jahren die Ticketpreise zum Fahrplanwechsel stiegen, können Kunden dieses Mal aufatmen. Der Konzern verkündet, im Fernverkehr auf eine Preiserhöhung verzichten zu wollen. Anders sieht die Lage im Nahverkehr aus. Das Deutschlandticket kostet 63 statt 58 Euro, mehrere Verkehrsverbünde haben zudem Preissteigerungen angekündigt. So wird das Bahnfahren unter anderem in München, Berlin-Brandenburg und im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr teurer. Das ICE-Sprinter-Angebot, das mit wenigen Zwischenhalten die Fahrgäste besonders schnell zum Ziel transportieren soll, werde um 14 neue Verbindungen ausgebaut. Ab dem 18. Dezember fährt ein neuer Sprinter zwischen Berlin und Stuttgart in vier Stunden und 45 Minuten. Das ergibt eine Zeitersparnis von einer Stunde, vorausgesetzt, keine der bekannten Probleme treten auf. Auf der Strecke Frankfurt-Hamburg kommen drei Sprinter hinzu, wie die Bahn bereits im September mitteilte, außerdem zwischen Berlin und München. Bauarbeiten verzögerten jedoch den Start einiger Verbindungen. Auch 2026 rollen die Bagger Die Taktung der normalen ICE wird enger, die Schlagzahl erhöht sich auf beliebten Strecken, einige IC-Verbindungen werden wegen schwacher Nachfrage gestrichen. Das Netz, auf dem alle halbe Stunde ein Hochgeschwindigkeitszug fährt, wachse von 900 auf 2300 Kilometer an, heißt es. Zum Netz gehören Städte in allen Himmelsrichtungen, darunter das Ruhrgebiet, München, Erfurt, Berlin und Hamburg. Mit der Verschiebung von Ankunft- und Abfahrtszeiten verspricht sich die Bahn eine verkürzte Reisezeit um eine halbe Stunde. Erstmals unterwegs ist der stufenlose ICE-L zwischen Berlin und Köln. Nach den desaströsen Pünktlichkeitswerten im vierten Quartal 2025 hätte der Konzern Erfolge bitter nötig. Auch 2026 rollen die Bagger, das Großprojekt Generalsanierung geht weiter. Auf der gesperrten Strecke zwischen Hamburg und Berlin wird noch bis Ende April gearbeitet, die Züge über Sachsen-Anhalt umgeleitet. Die Fahrten dauern mindestens 45 Minuten länger. Auch der Regionalverkehr in Mecklenburg-Vorpommern ist betroffen, dort fallen währenddessen viele Züge aus. Ähnliches droht Pendlern zwischen Halle und Kassel, wo ebenfalls Bauarbeiten angekündigt sind. Nahverkehrszüge sollen im Stundentakt fahren, Abschnitte jedoch teils lange gesperrt werden. Weitere Großbaustellen plant die Bahn von Februar bis Juli auf den Strecken Nürnberg-Regensburg sowie Hagen-Wuppertal-Köln. Später m Jahr folgen Oberstraubling-Passau und Troisdorf-Wiesbaden. Direktzug in die Stadt der Liebe Interessant für Urlauber werden die neuen sowie die teils verlängerten Verbindungen ins Ausland. Gerade Kurzentschlossene aus den östlichen Bundesländern, die Weihnachtstage oder Silvester nicht in Deutschland verbringen wollen, können sich über einen Direktzug in die Stadt der Liebe freuen. Seit Sonntag fährt der tägliche ICE von Berlin nach Paris, er nimmt während der Reise die Schleife über Halle (Saale) und Erfurt. Im Mai tritt die Verbindung Prag-Kopenhagen auf den Plan, die über Dresden, Berlin und Hamburg fährt. Wer die feiertagsbedingten langen Wochenenden für einen Urlaubstrip nutzen möchte, bekommt eine größere Auswahl, zumindest, wenn er in der Nähe der Strecken wohnt. Andere neue Verbindungen gehen von München nach Zagreb oder Graz und ab September von Köln nach Antwerpen über den Flughafen Brüssel. Viele grenzüberschreitende Fahrten kann der Kunde über die App DB Navigator oder auf der Webseite bahn.de buchen. Das gilt neben einigen innerfranzösischen TGV-Verbindungen, Fernverkehrszügen der ÖBB und SBB auch für den Eurostar. Weitere Anbieter sollen in Kürze hinzukommen. Bis Ende 2026 will die Deutsche Bahn Tickets aller großen Bahnen der Nachbarländer direkt über ihre Kanäle vertreiben können. Dazu gehört eine Preisauskunft inklusive Sparangebote. Innerdeutsche Tickets, egal, ob Spar- oder Flexpreis, sind zwölf Monate im Voraus erhältlich. Ganz besonders frühe Vögel können schon jetzt die weihnachtlichen Heimfahrten für 2026 planen. Wer will, kann außerdem den Juni-Urlaub buchen. Tickets ins Ausland sind bis zu sechs Monate vor Reisebeginn verfügbar.