Der Frankfurter Nahverkehr soll mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember wieder weitgehend auf Normalbetrieb eingestellt werden. Nachdem das Angebot wegen Personalengpässen reduziert worden war, werde der Fahrplan nun wieder ausgeweitet, hat Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Die Grünen) am Donnerstag bei der Vorstellung der Änderungen gesagt. Vor allem im U-Bahn-Netz solle wieder das Niveau von Anfang 2024 erreicht werden. Auf der Linie U2 fahren demnach ganztägig längere Züge: Statt wie bisher nur am Morgen und späten Nachmittag sollen an Schultagen durchgängig Vier-Wagen-Züge eingesetzt werden. Auf den Linien U6 und U7 wird der Takt von derzeit zehn Minuten wieder auf 7,5 Minuten verdichtet. Das gilt für die Hauptverkehrszeit, in der auch das Angebot der U8 zwischen Südbahnhof und Heddernheim auf acht Fahrten je Stunde verdoppelt wird. Auch im Busverkehr soll das Angebot zum Fahrplanwechsel ausgeweitet werden. Auf den Linien M32, 57 sowie auf der Expressbuslinie X58 zum Flughafen sollen die Takte insbesondere in den Hauptverkehrszeiten verdichtet werden. Weitere Linien werden zudem um Fahrten am Morgen und am Abend sowie an Wochenenden ergänzt. Rufbus Knut ist nun Teil des Programms Mit dem Fahrplanwechsel endet die Pilotphase des On-Demand-Dienstes Knut. Der Rufbus wird in das ÖPNV-Regelangebot übernommen und auf die Bad Vilbeler Stadtteile Heilsberg, Massenheim, Gronau und Dortelweil ausgeweitet. Bislang wurde nur der Bahnhof Bad Vilbel bedient. Die Betriebszeit von 18 bis 6 Uhr bleibt unverändert. Neue Anbindungen erhält auch der Frankfurter Flughafen. Schon von Dezember an halten mehrere Linien am Terminal 3, das im April 2026 den Betrieb aufnehmen soll. Der Expressbus X61 verbindet weiterhin den Südbahnhof und Gateway Gardens mit Terminal 1, verkehrt aber auf geänderter Route. Eine neue Unterquerung der A 3 verkürzt die Wege und verbessert insbesondere die Anbindung von Gateway Gardens. Bei den Straßenbahnen werden einige Fahrpläne angepasst. Auf den Linien 12, 14, 15, 16, 17, 19 und 21 verlängern sich die Fahrzeiten geringfügig, um die realen Verkehrsbedingungen besser abzubilden. Auf den Linien 11 und 18 werden sie hingegen verkürzt. Insgesamt sollen die Anpassungen zu pünktlicheren Abfahrten und einer verlässlicheren Planung für die Fahrgäste führen, sagte Tom Reinhold, Geschäftsführer der Gesellschaft Traffiq, die den Nahverkehr in Frankfurt organisiert. Über hundert neue Fahrer Der Fahrplanwechsel werde durch eine deutliche Personalaufstockung ermöglicht, sagte die Geschäftsführerin der Frankfurter Verkehrsgesellschaft (VGF), Kerstin Jerchel. Für das Jahr 2025 habe die VGF insgesamt 221 Lehrgangsplätze für die Ausbildung neuer Fahrer bereitgestellt. Der Mehrbedarf sei für 2025 auf 133 Fahrer geschätzt worden, die 221 Ausgebildeten sollten daher Fluktuation und Abgänge abfedern. Für 2026 rechne die VGF mit der Einstellung von 144 bis 192 neuen Fahrern, von denen 34 schon unter Vertrag seien. Eine Herausforderung für die nächsten Jahre bleibe die Beschaffung neuer Straßenbahnen. Eigentlich habe die neue Baureihe, die sogenannten T-Wagen, das Angebot im Tramnetz erweitern sollen. Wegen gravierender technischer Probleme seien die Pläne jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Derzeit werde ein T-Wagen in Frankfurt erprobt, sagte Siefert. Sollte sich das Fahrzeug bewähren und keine weiteren Mängel zeigen, werde im nächsten Schritt ein zweiter Wagen geliefert, um beide parallel testen zu können. Wann die neuen Straßenbahnen tatsächlich in Betrieb gehen könnten, sei offen. Siefert hofft auf weitere Informationen Mitte 2026. Auch die fehlende Barrierefreiheit an mehreren Haltestellen beschäftigt die VGF. Zwar seien alle U-Bahn-Stationen barrierefrei gestaltet, sagte Jerchel. Häufig gebe es aber nur einen Aufzug. Falle dieser aus, ende die Barrierefreiheit. Da viele Aufzüge und Rolltreppen Maßanfertigungen seien, gestalte sich die Reparatur ebenso wie die Beschaffung von Ersatzteilen schwierig und dauere nicht selten mehrere Wochen. Die VGF wolle daher dort, wo es nötig sei, zusätzliche Aufzüge oder Rolltreppen installieren.
