Gehören auch Sie zu den frühen Steinböcken? Also zu den bedauernswerten Menschen, die kurz vor, nach oder sogar genau an Weihnachten Geburtstag haben? Stiere, Widder und Jungfrauen haben ja keinen blassen Schimmer, dass die späte Geburt im Jahr keine Gnade, sondern ein Nachteil ist. Denn der in zeitlicher Nähe zu den Feiertagen Geborene bekommt nicht selten zu hören: Das Geschenk ist für Weihnachten – und gleich auch noch zum Geburtstag. Dann kann man sich nur noch überlegen, ob man an dem jeweils früheren Datum nur eine der Socken anzieht oder doch schon beide. Junge Steinböcke fragten sich, solange sie noch auf Geschenke fixiert waren, daher früher oft: Haben die Alten nicht nachgedacht bei der Familienplanung? Schließlich wurde man doch schon in „Klimbim“ (für Gen Z und Gen Alpha: TV-Kultsendung in den Siebzigern) über den elementaren Zusammenhang aufgeklärt: „Liebst du ein Mädchen zur Osterzeit und schenkst ihm mehr als Verehrung, dann gibt es zu Weihnachten vielleicht eine besonders schöne Bescherung.“ Ihr Kinderlein kommet - aber doch nicht, wenn „Aschenbrödel“ läuft Doch wenn im Frühjahr alles austreibt, auch beim Menschen, setzt eben oft das Hirn aus. Die Folgen zeigen sich ja auch erst neun Monate später im Kreißsaal. Die dort tätigen Hebammen und Ärzte können auch ohne Blick auf den Kalender sagen, wann der letzte längere Stromausfall gewesen ist. Vielleicht sollte man in Deutschland öfter mal unangekündigt den Strom abschalten. Dann könnten die Leute zwar nicht mehr Netflix schauen, aber durch die Zeugung von künftigen Beitragszahlern zur Entschärfung des Rentenproblems beitragen. Und man muss ja zur Vermeidung des eingangs geschilderten Problems die Kinder nicht direkt an Weihnachten gebären. Wozu gibt es den Kaiserschnitt? Der wird nach Erkenntnissen des Statistischen Bundesamts schon jetzt häufig dazu genutzt, um zu vermeiden, dass ein Baby ausgerechnet an Heiligabend auf die Welt kommt. Ja, ihr Kinderlein kommet - aber doch nicht gerade, wenn im Fernsehen „Der Kleine Lord“ oder „Aschenbrödel“ läuft. Dank dem kaiserlichen Eingriff erblicken inzwischen in Deutschland zu keiner anderen Zeit so wenige Kinder das Licht der Welt wie an den Tagen, an denen die Christenheit Christi Geburt feiert (vor zweitausend Jahren haperte es noch mit der Planbarkeit der Niederkunft). Doch sollte man daraus nicht den Schluss ziehen, Weihnachten sei kein Fest der Liebe mehr. Ganz im Gegenteil, auch das zeigt die Statistik: Schon seit Jahren werden die meisten Kinder in Deutschland neun Monate nach den Weihnachtsfeiertagen geboren. Beseelt vom Anblick des Jesuskindes in der Krippe, erinnern sich offenbar viele an den göttlichen Auftrag „Seid fruchtbar und mehret euch“, der ja der Menschheit schon im Alten Testament erteilt worden war. Auch direkt nach dem Jahreswechsel kommen dann offenbar noch einige Spätzünder in die Gänge, die ihre guten Vorsätze zeitnah in die Tat umsetzen wollen. Würde man einen Weihnachtspullover mit Söder wollen? Doch zurück zu Weihnachten. Wir haben eine Wahrsagerin gefragt, auf welche Doppelgeschenke die frühen Steinböcke sich dieses Jahr freuen können. Antwort der generativen KI: auf Dinge, die ganz dem Charakter des Steinbocks entsprächen, die also praktisch, hochwertig und von persönlichem Wert seien. Aha, wieder Socken. Aber würden wir lieber eine Messingplakette geschenkt bekommen, wie Donald Trump sie für Joe Biden am Weißen Haus hat anbringen lassen? Oder einen Weihnachtspullover mit dem Konterfei von Markus Söder? Offenbar trägt er in diesem Advent nicht einmal selber einen. Er hat unseres Wissens auch keine neuen Weihnachtslieder aufgenommen. Söder leidet sichtlich noch unter dem stark reduzierten Vertrauen, das die CSU ihm kurz vor Weihnachten schenkte, bestimmt auch schon unter Verweis auf seinen Geburtstag am 5. Januar. Verglichen mit einer solchen Bescherung, ist ein Paar Socken doch ein das Herz und die Füße erwärmender Beweis der Nächstenliebe! Die Jüngeren dürfen ihre Freude über die Geburt Jesu aber gerne auch noch intensiver ausleben, siehe oben. Wir wünschen fröhliche und gesegnete Weihnachten, natürlich nicht nur den Steinböcken!
