Bayern-Trainer Vincent Kompany brennt darauf, nach einer intensiven Vorbereitung und mit „dem vollen Kader“ im Spitzenspiel gegen die TSG Hoffenheim ein Zeichen der Stärke zu senden. Auch Torwart Manuel Neuer und Torjäger Harry Kane sollen nach krankheitsbedingten Pausen an diesem Sonntag (17.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei DAZN) in der ausverkauften Münchner Fußballarena auflaufen. „Die Energie im Training war top. Und wir haben diese Woche genossen“, sagte Kompany nach zuvor sieben Pflichtspielen in 21 Tagen. Die letzten zwei davon konnte der deutsche Fußball-Rekordmeister in der Bundesliga nicht gewinnen. Der Druck auf den Spitzenreiter wuchs am Samstag weiter an, denn Borussia Dortmund rückte durch ein 2:1 in Wolfsburg bis auf drei Punkte heran. In München treffen die beiden besten Offensivreihen der Liga aufeinander, was ein Fußballspektakel erwarten lässt. „Wir haben Bock auf das Spiel“, sagte Kompany: „Wir haben immer gezeigt, wenn ein Gegner die Intensität bringen will, dann sind wir dabei. Das ist auch gut für die Fans.“ Sportvorstand Max Eberl ergänzte: „Wir haben Lust auf ein Spiel gegen die TSG, die in dieser Saison für mich die Überraschungsmannschaft ist. Sie kommen gerade wie Phoenix aus der Asche und haben eine sehr spannende Mannschaft gebaut. Wir wollen gewinnen.“ Kompany blickte vor dem BVB-Sieg in Wolfsburg nicht unruhig auf den ersten Verfolger. „Ich bin nicht damit beschäftigt. Du musst in einer Tunnelphase sein, Spiel für Spiel, Schlag für Schlag“, sagte der Belgier. Ende des Monats kommt es für die Münchner auswärts zum direkten Duell mit der Borussia. Mit den zwei überraschenden Rückschlägen wollte er sich erst gar nicht groß beschäftigen. „Jetzt“, betonte der Trainer, „werden wir genau das machen, was wir immer machen: Wir werden auf dem Platz reagieren.“ „In dieser Saison ist alles drin für uns“ Auch Torwart Manuel Neuer, der nach einem Magen-Darm-Infekt rechtzeitig wieder fit sein soll, schaltete vor dem Spitzenspiel gegen den seit sieben Partien ungeschlagenen Tabellendritten trotzig in den Angriffsmodus. „Wenn ich in die Gesichter der Kollegen schaue, dann ist das ein gutes Zeichen, dass wir wieder angreifen wollen“, sagte der Kapitän. Kompany und Neuer wissen, dass ein dritter Ausrutscher nach dem 1:2 gegen den FC Augsburg und dem 2:2 beim Hamburger SV beim erfolgsverwöhnten Rekordmeister zu erster leichter Unruhe in dieser Saison führen könnte. Noch ist eine Krise nicht in Sicht. Es fühle sich „nicht so an, als würden wir in einer schlechten Phase stecken“, sagte Nationalspieler Jonathan Tah bei Sky mit Nachdruck. Es herrsche der Geist vor, „dass wir jeden Gegner schlagen können. In dieser Saison ist alles drin für uns.“ Immerhin waren die Münchner froh, dass sie in dieser Woche nach dem Stresstest im Januar mit sieben Spielen etwas durchatmen konnten. Man könne, meinte SportvorstandEberl, „vom Kopf her mal abspannen, mal runterfahren“ und „die Akkus aufladen“. Auch Torjäger Harry Kane soll rechtzeitig wieder fit sein. Der Engländer war nach einer Erkältung einen Tag eher als Neuer wieder ins Training zurückgekehrt. Sein Einsatz wäre wichtig – zumal die Bayern auf einen Gegner in Topform und mit großem Selbstvertrauen treffen. „Wenn wir die Leistung der vergangenen Wochen zeigen, können wir etwas holen“, sagte Stürmer Andrej Kramaric, der die zweite TSG-Teilnahme an der Champions League anstrebt: „Wir haben den besten Kader seit zehn Jahren.“ Die TSG wolle „Großes erreichen“. Das wollen auch die Münchner in den kommenden Monaten. Da trifft es sich gut, dass sich einige Personalfragen langsam klären. Serge Gnabry verlängerte am Donnerstag bis Mitte 2028, Abwehrchef Dayot Upamecano soll nach monatelangem Hin und Her zeitnah folgen. Und auch mit Kane (Vertrag bis Mitte 2027) haben Gespräche begonnen, bei Neuer soll nach dessen 40. Geburtstag Ende März Klarheit herrschen. Gegen Hoffenheim wird der Weltmeister von 2014 einmal mehr im Fokus stehen, geht es doch gegen Oliver Baumann. Der ist zwar aktuell die Nummer eins in der deutschen Nationalmannschaft, doch wegen der Verletzung des etatmäßigen Neuer-Erben Marc-André ter Stegen waren in den vergangenen Monaten immer wieder Stimmen laut geworden, Neuer ins DFB-Team zurückzuholen.
