FAZ 15.01.2026
22:43 Uhr

FC Augsburg gegen Union: Ein Traumtor, ein Platzverweis – und ganz später Berliner Jubel


In der 89. Minute sieht Union Berlins Derrick Köhn die Rote Karte. Bis dahin sieht der FC Augsburg wie der sichere Sieger aus. Doch zu Beginn der Nachspielzeit ist der Ball plötzlich ein weiteres Mal im Tor.

FC Augsburg gegen Union: Ein Traumtor, ein Platzverweis – und ganz später Berliner Jubel

Ein Traumtor von Alexis Claude-Maurice hat dem FC Augsburg gegen Union Berlin im Kampf um den Klassenverbleib in der der Fußball-Bundesliga nicht den erhofften Sieg gegen Union Berlin beschert. Der ansatzlose Schuss des Franzosen mit 93,77 Stundenkilometern und aus 27 Metern sorgte zwar tief in der Nachspielzeit der ersten Hälfte für die 1:0-Führung. Doch in Unterzahl glich Union zum Hinrunden-Abschluss dank des eingewechselten Marin Ljubicic (90.+2) in der Nachspielzeit noch zum 1:1 (0:1) aus. „Am Ende ist das Tor, das wir gemacht haben, verdient gewesen. Es zeigt, dass die Mannschaft Moral hat“, sagte Unions Geschäftsführer Profifußball Horst Heldt. Zuvor, ergänzte er bei Sky, „hat uns ein bisschen die Gier gefehlt.“ Der FCA bleibt mit 15. Punkten auf Tabellenplatz 15. Claude-Maurice traf nach der Pause bei einem Freistoß den Pfosten (59.). In der Schlussphase erhielt der Unioner Derrick Köhn (89.) wegen groben Foulspiels die Rote Karte. Union Berlin beendete die erste Saisonhälfte einen Tag nach der verkündeten Vertragsverlängerung mit Trainer Steffen Baumgart mit 23 Zählern auf Rang neun. Die Eisernen vergaben vor dem Augsburger 1:0 mehrere gute Tormöglichkeiten von András Schäfer (18. Minute), Wooyeong Jeong (22.) und Oliver Burke (29.) nicht in Tore ummünzen konnten. Fan-Protest gegen „zerstückelte Spieltage“ Die hervorstechendste Aktion vor 27.267 Zuschauern in der Augsburger Arena war in einem über weite Strecken eher uninspirierten Fußballspiel zunächst ein Fan-Protest. Aus dem FCA-Block flogen nach einer halben Stunde kleine Bälle auf den Rasen, die zu einer mehrminütigen Unterbrechung führten. Wegen der ungewohnten Ansetzung der Partie am Donnerstagabend protestierten die Augsburger Anhänger gegen „zerstückelte Spieltage“ in der Bundesliga. So stand es auf einem Banner. Als die Gegenstände weggeräumt waren, meldete sich der bis dahin sichtlich verunsicherte FCA im Spiel an – und zwar über Standards. Kapitän Keven Schlotterbeck köpfte nach der ersten Ecke des Spiels von Claude-Maurice aber noch zu zentral auf das Berliner Tor und Torwart Frederik Rönnow (45.2). Kurz danach kam der große Moment des 27 Jahre alten Claude-Maurice. Praktisch aus dem Stand knallte der Franzose den Ball wunderbar ins Tor. Viele im Stadion staunten über diesen Schuss, auch FCA-Coach Manuel Baum stürmte jubelnd auf den Rasen. Das Niveau nahm anschließend jedoch nicht wirklich zu. Zumindest die Augsburger spielten – offenbar beflügelt vom Führungstor – nun mit mehr Selbstbewusstsein und Haltung auf. Was fehlte war das zweite Tor, das Anton Kade bei einem Konter auf dem Fuß hatte. Der Youngster scheiterte aber an Torwart Rönnow (60). Der Schock des Ausgleichs traf die Gastgeber dann in der Nachspielzeit.