Das Wichtigste für Sie am Mittwoch: Wie fällt die Bilanz des Parlaments zu Merz’ Regierungsarbeit aus? Soll die Wirtschaft mit der AfD reden?Frankreich will den Wehrdienst wiedereinführenEU-Außenminister beraten über Ukraine-FriedensplanIllegale Wahlkampffinanzierung: Wird der Prozess gegen Sarkozy neu aufgerollt?Wie gestresst sind die Deutschen?„Zoomania 2“: Faultier Flash und seine Freunde sind zurück 1. Wie fällt die Bilanz des Parlaments zu Merz’ Regierungsarbeit aus? Themen: Milliardenschulden, Wehrdienstpläne, Rente: Das sind nur einige Themenfelder, bei denen es im Bundestag hoch hergehen dürfte. Bei der Generaldebatte geht es um nicht weniger als die Frage, ob die Regierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit ihrem Kurs das Land in die richtige Richtung steuert. Sie wird vom Oppositionsführer, also von der AfD eröffnet. Dann antwortet Kanzler Merz, der inzwischen stark unter Druck steht. Rentenstreit: Innenpolitisch ist das Thema Rente der größte Zankapfel. Eine Mehrheit für das Gesetz ist nicht sicher. Vor allem jüngere Unionspolitiker halten den Gesetzentwurf für ungerecht und wollen nicht zustimmen. Bisher sieht Merz dennoch keinen Anlass für eine Vertrauensfrage. Das sei keine Option für Merz, sagte Vize-Regierungssprecher Sebastian Hille am Montag. „Warm-up“: Bevor am Freitag über den Etat für 2026 abgestimmt wird – Ausgaben in Höhe von 524,54 Milliarden Euro –, stimmte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) die Abgeordneten auf weitere schwierige Verhandlungen ein. Die Etats für 25 und 26 seien „für uns als Parlament ein Stück weit das Warm-up“, sagte er. Die große Herausforderung sei die Planung für die folgenden zwei Jahre. Im Etat für 2027 klafft laut jüngsten Planungen eine Lücke von 22 bis 23 Milliarden Euro. Podcast für Deutschland: Koalitionskrach zur Rente: „CDU muss ihr Versprechen halten“ 2. Soll die Wirtschaft mit der AfD reden? „Schaden“: Zu den Kritikern zählt der Ökonom Marcel Fratzscher. Er warnt davor, die AfD wie eine normale Partei zu behandeln. Dies könne „erheblichen Schaden für die deutsche Wirtschaft im Ausland wie im Inland anrichten“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung dem „Handelsblatt“. Auch viele Unternehmer aus dem Westen sehen die Entscheidung kritisch. Zustimmung gibt es aus dem Osten. „Es kann doch nicht sein, dass wir uns nicht mehr austauschen können“, sagt ein ostdeutscher Unternehmer, der anonym bleiben möchte. Beschwichtigung: Die Geschäftsführerin des Verbands der Familienunternehmen, Marie-Christine Ostermann, beschwichtigt: „Unsere Meinung über die AfD hat sich nicht geändert. Ihre Politik ist demokratiefeindlich und wirtschaftsfeindlich. Der einzige Unterschied ist jetzt: Wir sagen ihnen ins Gesicht, was wir von ihrer Politik halten“, sagte sie der F.A.Z. Der Verband hatte im Oktober zu seinem Parlamentarischen Abend in Berlin erstmals auch AfD-Vertreter eingeladen. Ausladung: Der Familienunternehmerverband muss sich in der Folge für den nächsten Parlamentarischen Abend einen anderen Veranstaltungsort suchen: Die Deutsche Bank verweigert dem Verband nach der AfD-Einladung eine weitere Nutzung ihrer Räume, berichten mehrere Medien. Mehr zum Thema 3. Frankreich will den Wehrdienst wiedereinführen „Widerstandsfähigkeit“: Ähnlich wie in Deutschland ist der Wehrdienst in Frankreich seit Jahrzehnten ausgesetzt, nun soll er auch dort auf freiwilliger Basis ab dem kommenden Jahr wieder eingeführt werden. Präsident Emmanuel Macron betonte, dass der freiwillige Wehrdienst eine „Erfahrung der Nation“ sein solle, die „den Geist der Verteidigung und der Widerstandsfähigkeit stärkt“. Kein Auslandseinsatz: Wehrdienstleistende sollen nicht zur Teilnahme an militärischen Einsätzen im Ausland verpflichtet werden. Einzelheiten will Macron noch bekannt geben. Die Dauer des Dienstes solle etwa einen Monat betragen. Frankreich hat den Wehrdienst 1997 abgeschafft. Die Zahl der Berufssoldaten und Reservisten hat sich seitdem auf 200.000 reduziert. Deutschland: Mit dem von der Bundesregierung geplanten freiwilligen Wehrdienst soll die Zahl der Soldaten bis zum Jahr 2035 auf mehr als 260.000 Zeit- und Berufssoldaten sowie 200.000 Reservisten wachsen. Um Freiwillige zu begeistern, soll die Vergütung laut Verteidigungsministerium auf „mindestens“ 2600 Euro brutto steigen. Noch muss der Bundestag aber final über das Wehrpflichtgesetz abstimmen. Mehr zum Thema 4. EU-Außenminister beraten über Ukraine-Friedensplan Verstärkung: Wenn sich die EU-Außenminister heute zusammenschalten, geht es um den Stand der Dinge beim US-Friedensplan. Selenskyj forderte laut Redemanuskript vor der sogenannten Koalition der Willigen am Dienstag, die Europäer sollten einen Rahmen für den Einsatz einer „Verstärkungstruppe“ ausarbeiten und das Land so lange unterstützen, solange Russland keine Bereitschaft zeige, den Krieg zu beenden. Zustimmung: Den wichtigsten Punkten des US-Friedensplans hat die Ukraine nach Angaben beider Regierungen zugestimmt. Selenskyj ist demnach noch im November zu einem Treffen mit Trump bereit, um die letzten Etappen des Abkommens zu erörtern. Der Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, zufolge gibt es „einige heikle, aber nicht unüberwindbare Details, die geklärt werden müssen und weitere Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den Vereinigten Staaten erfordern“. Diplomatie: Die Krisendiplomatie läuft auch in Abu Dhabi weiter, wo der amerikanische Verteidigungsstaatssekretär Dan Driscoll die Verhandlungen übernahm. Dort trafen laut Medienberichten der Chef des ukrainischen Militärgeheimdiensts und eine russische Delegation zusammen. In der kommenden Woche soll der US-Sondergesandte Steve Witkoff zu einem Treffen mit Wladimir Putin nach Russland reisen. Driscoll soll parallel dazu mit den Ukrainern sprechen. Seine zuvor für diesen Donnerstag gesetzte Frist für ein Ergebnis räumte Donald Trump am Dienstag ab. „Die Frist für mich ist, wenn es vorbei ist“, sagte Trump gegenüber Reportern an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Mehr zum Thema 5. Illegale Wahlkampffinanzierung: Wird der Prozess gegen Sarkozy neu aufgerollt? Revision: Das oberste französische Gericht will heute über die Revision von Sarkozy gegen eine weitere Verurteilung entscheiden. In dem Fall geht es um dessen gescheiterte Kampagne zur Wiederwahl als französischer Präsident 2012 und die dafür von seinem Team verwendeten Gelder. Die Richter können das Urteil bestätigen oder die Verurteilung kippen. Strafe: Sarkozy war 2024 im Berufungsverfahren zu der Affäre zu einem Jahr Haft verurteilt worden, davon sechs Monate auf Bewährung und sechs in Form einer elektronischen Fußfessel oder Hausarrest. Gefängnistagebuch: Sarkozy ist bereits in der Libyen-Affäre zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, durfte das Pariser Gefängnis La Santé kürzlich aber unter Auflagen verlassen. Dort hatte er 20 Tage in einer neun Quadratmeter großen Zelle ohne Kontakt zu Mithäftlingen verbracht. „Im Gefängnis wird das Innenleben gestärkt, ähnlich wie in der Wüste“, schrieb Sarkozy dazu. Es gebe dort nichts zu sehen und „leider ständig Lärm“. Am 10. Dezember soll sein Buch mit dem Titel „Tagebuch eines Häftlings“ erscheinen. Politik: Wie Wadephul sein Ministerium umbaut Gesellschaft: Femizid an Freundin – „Ich hatte das Gefühl, ich betrüge sie, wenn ich mein Leben weiterlebe“ Finanzen: Der Unmut über die Lufthansa-Kreditkarte reißt nicht ab Rhein-Main: Die Babyboomer werden jetzt noch wichtiger Welche deutsche Serie hat einen Emmy gewonnen? Testen Sie Ihr Wissen in unserem News-Quiz! 6. Wie gestresst sind die Deutschen? Neue Stressfaktoren? Zum vierten Mal hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK eine bundesweit repräsentative Befragung zum Thema Stress durchgeführt. Interessant ist, ob das Ende der Pandemie das Stresslevel gesenkt hat und inwieweit sich nun der Ukrainekrieg und Faktoren wie etwa Handelskonflikte auf der Welt und die wirtschaftliche Situation auf das Befinden der Befragten auswirken. Antworten: Bei der letzten Befragung im März 2021 hatte die Pandemie eine starke Auswirkung auf das Stressempfinden. Damals antwortete rund die Hälfte der Befragten, das Leben sei seit Ausbruch der Pandemie stressiger geworden. Insgesamt gab damals laut TK jeder Vierte an, häufig gestresst zu sein. Die Hauptbelastungen waren die Arbeit, Selbstansprüche und die Angst um Angehörige. Fehltage: Die Zahl der stressbedingten Fehltage im Job ist zuletzt gestiegen. Anpassungsstörungen und akute Belastungsreaktionen waren laut Krankenkassendaten im vergangenen Jahr mit einem Anteil von rund 42 Prozent die mit Abstand häufigste psychische Diagnose. Es fielen demnach rund 112 Fehltage je 100 Berufstätige an. Warum Applaus für viel Arbeit süchtig machen kann. 7. „Zoomania 2“: Faultier Flash und seine Freunde sind zurück Handlung: Um der Schlange auf die Spur zu kommen, wagen Nick und Judy einen Undercover-Einsatz, der sie in die dunkelsten Ecken der Metropole führt. Dabei stoßen sie auf ein uraltes Geheimnis. Tierarten: Fans des ersten Teils können sich auf alte Bekannte wie den Polizeichef Büffel Bogo oder Flash, das alles sehr langsam angehende Faultier, freuen. Zu den Neuzugängen gehören die Giftschlange Gary De'Snake, der Podcast-Biber Nibbles Maplestick oder der Bürgermeister Brian Winddancer. Stimmen: Gesanglich glänzt die Gazelle, der Shakira ihre Stimme leiht. Die deutschen Stimmen kommen unter anderen von Josefine Preuß (Judy Hopps), Rick Kavanian (Gary De'Snake) oder „Tagesschau“-Sprecherin Susanne Daubner als Schneeleopardin Fabienne Growley. Zur Filmkritik Wegen des Vorwurfs der Spionage und Einflussnahme für Russland sind in Frankreich drei Menschen festgenommen worden. Im Zentrum der Untersuchungen steht eine angebliche Hilfsorganisation. Bei einer Razzia in Berlin hat die Polizei mehr als 800 Kilogramm illegaler Feuerwerkskörper gefunden und beschlagnahmt. Zudem wurden Komponenten für die Herstellung von Sprengstoffen sichergestellt. Nach den Massenentführungen im westafrikanischen Nigeria sind 24 verschleppte Mädchen befreit worden. Hunderte Kinder sind weiterhin in Gefangenschaft.
