Das Wichtigste für Sie am Mittwoch: Showdown in Potsdam: Landtag stimmt über Staatsverträge abWie sieht die Brüsseler Deregulierungsoffensive aus? Selenskyj auf Friedensmission in AnkaraNvidia-Zahlen als Nagelprobe für den KI-BoomBundeswehr trainiert in Berlin den Kampf in der GroßstadtNord-Stream-Sabotage: Darf der mutmaßliche Drahtzieher ausgeliefert werden?Das große „Wicked“-Finale kommt in die Kinos 1. Showdown in Potsdam: Landtag stimmt über Staatsverträge ab Konflikte: In der BSW-Landtagsfraktion herrscht nach vier Parteiaustritten Krisenstimmung, die auch die bundesweit einzige Koalition aus BSW und SPD erfasst hat. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sieht dennoch eine Grundlage für die Fortsetzung der Koalition. „Ich gehe davon aus, dass ein Großteil der Konflikte beigelegt werden konnte“, sagte Woidke. Ruf nach Rücktritt: Der Zwist im BSW ist allerdings nicht ausgestanden. Der stellvertretende Fraktionschef Christian Dorst rief Finanzminister Robert Crumbach dazu auf, freiwillig aus der Fraktion auszuscheiden. Hintergrund ist der Streit über zwei Medienstaatsverträge zur Rundfunkreform und zum Jugendmedienschutz, über die der Landtag heute inmitten der Krise entscheiden will. Während die Mehrheit der BSW-Fraktion dagegen stimmen will, ist Crumbach dafür. Das Kabinett mit BSW-Beteiligung hatte eigentlich zugestimmt und ein Ja war ausgemacht. Die Koalition wird nun voraussichtlich keine eigene Mehrheit haben. Weil die CDU zustimmen will, sind die Verträge aber nicht in Gefahr. SPD-Eintritt: Für Woidke könnte es derweil mit Brandenburgs Innenminister René Wilke innerparteiliche Konkurrenz geben: Der ehemalige Linke-Politiker ist in die SPD eingetreten. Er war zuletzt parteilos und gilt als denkbarer Nachfolgekandidat von Ministerpräsident Woidke, der bis zum Ende der Wahlperiode im Amt bleiben will. Mehr zum Thema 2. Wie sieht die Brüsseler Deregulierungsoffensive aus? Weniger Bürokratie: Einfacher und übersichtlicher sollen die Regeln werden, kündigt die zuständige Vizepräsidentin der EU, Henna Virkkunen, an. Für Unternehmen, die von Cyberangriffen betroffen sind, soll es Erleichterungen geben. Bisher löste ein Angriff gleich mehrere Berichtspflichten aus, was die Unternehmen zusätzlich belastete. Das Regelwerk für hochriskante KI-Anwendungen soll noch einmal verschoben werden, voraussichtlich um ein Jahr. Cookie-Banner: Die Nachrichtenagentur AFP berichtet zudem unter Berufung auf Entwurfspapiere, die Kommission wolle die Cookie-Banner abschaffen, mit der Webseiten um Erlaubnis für die Verarbeitung von Nutzerdaten fragen müssen. Stattdessen könnte eine Voreinstellung im Browser ausreichen. Die Pläne gehen im Anschluss in die Verhandlungen mit dem Europaparlament und den 27 EU-Ländern. Datenschützer warnen, Entschärfungen der Gesetze könnten einem Einknicken vor der Tech-Lobby gleichkommen. Rechtsstreit: Die Online-Plattform Amazon wehrt sich unterdessen vor dem Gericht der Europäischen Union gegen eine Einstufung der Kommission, die den Händler als „sehr große Online-Plattform“ kategorisiert. Damit gehen verschärfte Vorgaben einher, die Internetnutzer vor illegalen Inhalten schützen sollen. Amazon argumentiert, das zugrunde liegende Digitalgesetz ziele auf Dienste ab, die Informationen und Meinungen verbreiteten und sich durch Werbung finanzierten – nicht aber auf Händler wie Amazon. Heute soll das Urteil fallen. 3. Selenskyj auf Friedensmission in Ankara Der ukrainische Präsident will in Ankara neue Ideen präsentieren, um die Gespräche mit Russland wiederzubeleben. Blick nach Washington: „Alles zu tun, um das Ende des Krieges näherzubringen, ist die oberste Priorität der Ukraine“, schrieb Selenskyj am Dienstag auf X. Zu diesem Zweck will sich der ukrainische Präsident heute mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan treffen. Ziel sei es, die USA wieder in die Friedensbemühungen einzubinden, hieß es aus Kiew. Berichte, wonach an den Beratungen auch der US-Sondergesandte Steve Witkoff teilnehmen soll, wies das Außenministerium in Ankara zurück. Erdogan werde nur mit Selenskyj sprechen. Moskau wartet ab: Auch aus Moskau nimmt nach Angaben aus dem Kreml niemand an dem Treffen teil. Man werde anhand von Selenskyjs Vorschlägen beurteilen, ob die Ukraine wirklich verhandlungsbereit sei, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Vorwurf Richtung Frankreich: Russland warf Frankreich derweil Kriegstreiberei vor. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und Selenskyj hatten am Montag eine Absichtserklärung unterzeichnet, die den Verkauf von bis zu 100 Rafale-Kampfflugzeugen an die Ukraine beinhaltet. „Egal, welche Flugzeuge an das Kiewer Regime verkauft werden, dies wird die Situation an der Front nicht ändern und die Dynamik nicht beeinflussen“, sagte Peskow. 4. Nvidia-Zahlen als Nagelprobe für den KI-Boom Zweifel: Wenn Nvidia heute die Quartalszahlen vorlegt, schauen Anleger genau hin: Fachleuten zufolge könnten die Zahlen weltweite Kursturbulenzen auslösen, weil der Chip-Spezialist als Eckpfeiler für KI-Investitionen gilt. Analysten rechnen für das abgelaufene Quartal mit einem Umsatzsprung von knapp 60 Prozent. Ausstieg: Genährt werden die Sorgen unter anderem durch den Ausstieg des Starinvestors Peter Thiel bei Nvidia. Thiels Fonds veräußerte im dritten Quartal seine gesamte Position von rund 540.000 Aktien des Chipherstellers. Im Fokus der Finanzmärkte sind zudem die US-Arbeitsmarktzahlen, die am Donnerstag veröffentlicht werden. Sie spielen eine wichtige Rolle für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed. KI-Investition: Nvidia und Microsoft investieren unterdessen in die KI-Firma Anthropic, einen der wichtigsten Rivalen des ChatGPT-Entwicklers OpenAI. Von Nvidia kommen bis zu zehn Milliarden Dollar, Microsoft will bis zu fünf Milliarden investieren. Anthropic verpflichtet sich, Rechenleistung aus Microsofts Computer-Cloud im Wert von 30 Milliarden Dollar zu beziehen und in großem Stil KI-Chipsysteme bei Nvidia zu kaufen. 5. Bundeswehr trainiert in Berlin den Kampf in der Großstadt Kompaniegefechtsübung: „Die anhaltend angespannte sicherheitspolitische Lage in Europa macht realitätsnahe Übungsszenarien erforderlich“, heißt es in der Mitteilung der Bundeswehr. Es sollen der Orts- und Häuserkampf sowie der „Objektschutz verteidigungswichtiger Infrastruktur im urbanen Raum“ trainiert werden. Herausforderung Großstadt: In Städten wie Berlin ist der infanteristische Kampf laut Bundeswehr herausfordernd, weil enge Straßen und hohe Gebäude die Sicht- und Funkverbindungen behindern. Schwieriges Terrain sind auch U-Bahn-Stationen. Die Soldaten trainierten daher auch im Übungstunnel an der Station Jungfernheide in Berlin-Charlottenburg. Die seit Montag in Berlin und Brandenburg laufende Übung dauert noch bis Freitag. Aufgaben: Das 1975 aufgestellte Wachbataillon übernimmt unter anderem den protokollarischen Ehrendienst beim Empfang wichtiger Gäste aus dem Ausland und der Verabschiedung ranghoher Politiker im Inland. Im Verteidigungsfall schützen die Soldaten Einrichtungen und Dienstsitze der Bundesregierung. Politik: Nie wieder Syrien – oder doch? Finanzen: So finden Sie den Turbo für das Depot Feuilleton: Weimer wehrt sich – „Das ist schlicht eine Lüge“ Gesellschaft: „Wir sehen uns auf Wolke 7“ Womit droht Trump den Gastgeberstädten der WM 2026? Testen Sie Ihr Wissen in unserem News-Quiz! 6. Nord-Stream-Sabotage: Darf der mutmaßliche Drahtzieher ausgeliefert werden? Bis zu 15 Jahre Haft: Die Richter in Rom prüfen, ob die Erlaubnis einer unteren Instanz zur Überstellung des Ukrainers an die deutschen Behörden korrekt war. Bei einer Auslieferung drohen dem Mann bis zu 15 Jahre Haft. Vorwurf: Der Hauptverdächtige des Anschlags wurde vor zwei Monaten in Italien gefasst. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Den Ermittlungen zufolge soll er die Anschläge auf die Pipelines als Leiter eines Teams von sieben Verdächtigen koordiniert haben. Der Ukrainer bestreitet dies. Anschläge: Die Anschläge hatten im September 2022 weltweit Schlagzeilen gemacht. Ein halbes Jahr nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wurden die Pipelines so sehr beschädigt, dass kein Gas mehr durchgeleitet werden konnte. 7. Das große „Wicked“-Finale kommt in die Kinos Freundschaft: Auch im zweiten Teil geht es um die Freundschaft der „guten“ Hexe Glinda, gespielt von Ariana Grande, und Elphaba. Letztere wird wieder von Cynthia Erivo verkörpert und wird als „böse Hexe des Westens“ von ihren Gegnern verfolgt. Beide Schauspielerinnen waren für den ersten Teil bereits für einen Oscar (Beste Hauptdarstellerin und Beste Nebendarstellerin) nominiert. Um den Zauberer von Oz (Jeff Goldblum) brodelt eine politische Verschwörung. Rückblick: „Ich stelle mir die Figuren als Erwachsene vor, die auf ihre Jugend zurückblicken und die Geschichten hinterfragen, die ihnen über die Welt erzählt wurden. Denn nur dann kann man tatsächlich entscheiden, wer man ist und wie man die Welt sehen möchte“, sagt Regisseur Jon M. Chu. Oscars: Der erste „Wicked“-Film wurde im vergangenen Frühjahr für zehn Oscars nominiert und holte am Ende zwei Auszeichnungen für das beste Szenenbild und das beste Kostümdesign. Die Fortsetzung, die düsterer und ernster ausfällt als der erste Teil, startet heute in den Kinos. Meta feiert in einem Kartellstreit mit der US-Regierung einen Erfolg auf der ganzen Linie – und kommt noch glimpflicher davon als unlängst Google. Die Deutsche U21 hat Georgien in der EM-Qualifikation besiegt. Und Lennart Karl ist weiter nicht zu stoppen. Das US-Repräsentantenhaus hat für die Veröffentlichung der Epstein-Akten gestimmt – mit nur einer Gegenstimme. Im chilenischen Teil Patagoniens sind fünf Menschen in einem Schneesturm umgekommen – unter ihnen zwei Deutsche. Einen guten Start in den Tag! Ihre Rebecca Boucsein
