FAZ 29.01.2026
20:17 Uhr

Extremwetter in Russland: Moskau erlebt stärkste Schneefälle seit mehr als 200 Jahren


Tiefdruckgebiete bringen Russlands Hauptstadt außergewöhnliche Schneefälle. Die Stadt erlebt einen Winter von historischem Ausmaß.

Extremwetter in Russland: Moskau erlebt stärkste Schneefälle seit mehr als 200 Jahren

In Moskau ist so viel Schnee gefallen wie seit mehr als zwei Jahrhunderten nicht mehr. Die „ungewöhnlich starken“ Schneefälle seien die Folge „des Durchzugs tiefer und ausgedehnter Zyklone mit einer verstärkten Wetterfront über der Region Moskau“, erklärten Meteorologen der Staatlichen Universität Moskau am Donnerstag. In der Hauptstadt habe es nunmehr Schneefälle gegeben, die einer Niederschlagsmenge von 92 Millimetern entsprächen – „der höchste Wert der vergangenen 203 Jahre“, wie die Universität im Onlinedienst VK mitteilte. Weiter erklärten die Meteorologen, dass die Durchschnittstemperatur im Januar in diesem Jahr minus 6,2 Grad betrage und damit 1,5 Grad niedriger als gewöhnlich. Am Donnerstag lagen in Moskau mehr als 60 Zentimeter Schnee. Einige Straßen wurden in Lagerflächen für die Schneemassen umgewandelt, um die Räumung anderer Straßen zu ermöglichen. Züge im Raum Moskau hatten Verspätung, wie AFP-Reporter beobachteten, Autos standen am Donnerstagabend in langen Staus. Ähnlich starke Schneefälle hatte es in der russischen Hauptstadt zuletzt im Jahr 1823 gegeben. Damals habe die Niederschlagsmenge 122 Millimeter betragen –  allerdings seien die Werte aus einer derart fernen Vergangenheit „möglicherweise nicht ganz zuverlässig“, fügten die Wetterforscher hinzu.