FAZ 11.02.2026
08:23 Uhr

„Extrem stolz auf mich“: Ein Ersatztorwart wird zum Elfmeterhelden


Florian Müller sitzt beim SC Freiburg in der Regel auf der Bank. Weil er dort so mitfiebert, darf er im Pokal gegen Hertha BSC nun spielen – und führt sein Team als „Elfmeter-Killer“ ins Halbfinale.

„Extrem stolz auf mich“: Ein Ersatztorwart wird zum Elfmeterhelden

Die Spieler des SC Freiburg wussten, bei wem sie sich nach dem Pokal-Krimi gegen Hertha BSC zu bedanken hatten: Sie überschütteten Elfmeterheld Florian Müller mit Lobeshymnen. „Wir wissen, was wir an ihm haben. Er hat sich das verdient und heute mal wieder eine gute Leistung gebracht“, schwärmte Routinier Matthias Ginter. Kapitän Christian Günter befand: „Flo hat uns heute im Elfmeterschießen den Arsch gerettet. Auch schon im Spiel eine super Leistung. Er hat sich belohnt für die Arbeit, die er jede Woche auf dem Trainingsplatz vollbringt.“ Eine Belohnung fürs Mitfiebern Ersatzkeeper Müller hatte nicht nur im alles entscheidenden Elfmeterschießen zwei Schüsse pariert. Bereits in der Verlängerung vereitelte der Freiburger Schlussmann eine Großchance des Berliners Michaël Cuisance. „Geiles Spiel. So wünscht man es sich. Für jeden Torwart einfach schön, das Elfmeterschießen zu gewinnen. Ich bin extrem stolz auf mich und auf die ganze Mannschaft“, sagte Müller. Freiburgs unumstrittener Stammtorhüter Noah Atubolu musste im DFB-Pokal-Viertelfinale beim Hauptstadtklub auf der Bank Platz nehmen. Wie schon in der zweiten Runde beim 3:1 in Düsseldorf und dem 2:0 im Achtelfinale gegen Darmstadt stand Müller zwischen den Pfosten. Das sei auch eine Belohnung dafür, wie Müller auf der Bank mitfiebere und sich einbringe, begründete Trainer Julian Schuster die Entscheidung. Schon im Training am Vortag hatte Müller sein Potential als „Elfmeter-Killer“ angedeutet. „Da hatte ich nahezu eine 50-Prozent-Quote. Heute war es nicht ganz so gut, aber es hat gereicht zum Sieg“, scherzte der Torhüter. Während viele seiner Kollegen nach solch einer Leistung jubelnd über das Feld gesprungen wären, blieb der Achtundzwanzigjährige nach dem Halbfinaleinzug eher gelassen. „Ich bin nicht so der Typ, der komplett ausrastet. Einfach den Moment aufsaugen und genießen, und nachher können wir uns freuen“, sagte Müller. Übertriebener Jubel sei nicht seine Art.