FAZ 03.03.2026
10:27 Uhr

Erste Bilanz: Rom nimmt mehr als 400.000 Euro mit Trevi-Eintritt ein


Seit einem Monat müssen Touristen bezahlen, wenn sie an den berühmten Trevi-Brunnen im Herzen Roms treten wollen. Die Stadt verwendet das Eintrittsgeld für ihre Bürger.

Erste Bilanz: Rom nimmt mehr als 400.000 Euro mit Trevi-Eintritt ein

Die Stadt Rom hat eine positive Bilanz zur Erhebung eines Eintrittspreises für die Besichtigung des weltberühmten Trevi-Brunnens gezogen. Seit dem 2. Februar müssen auswärtige Besucher zwei Euro bezahlen, um die Fassade und die Skulpturen des Barockbrunnens aus Marmor und Travertin aus der Nähe zu betrachten. Zwar ist der Zugang zur Piazza di Trevi im Herzen der Altstadt weiter frei, für das Betreten des Bereichs unmittelbar am Beckenrand ist für Touristen aber seit vier Wochen eine Gebühr fällig. Für Bewohner der Hauptstadtregion sowie für Behinderte (und eine Begleitperson) ist der Eintritt des umzäunten Nahbereichs kostenlos. Wie das Rathaus nun mitteilte, wurden in den ersten vier Wochen seit Erhebung des Ticketpreises 229.896 Eintritte zum abgesperrten Bereich registriert. Davon entrichteten 217.597 Personen den vollen Preis für das Billett, 3499 Einwohner Roms und der Metropolenregion sowie weitere 8800 Personen konnten kostenlos an den Beckenrand treten. Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf beliefen sich demnach auf 435.194 Euro seit Einführung der Eintrittsgebühr. Die Bilanz des ersten Monats zeige, dass es möglich sei, „den Schutz eines außergewöhnlichen Denkmals mit seiner uneingeschränkten Nutzung für den Fremdenverkehr zu verbinden“, sagte Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri. „Wir sind stolz darauf, ein System eingeführt zu haben, das alle Mittel in die Pflege des Kulturerbes reinvestiert und den Zugang zur Kultur nachhaltig stärkt“, so Gualtieri. Freier Museumseintritt für die Einwohner Die Einnahmen werden nach Auskunft des Rathauses nicht nur für den Erhalt des Brunnes verwendet, sondern auch dafür, den Einwohnern der Stadt und der Metropolenregion weiterhin einen kostenlosen Zugang zu den Städtischen Museen Roms zu gewähren – den Trevi-Brunnen eingeschlossen. Roms Kulturdezernent Massimiliano Smeriglio sagte, die Einführung des freien Museumseintritts für Römer und Einwohner der Metropolenregion habe zu einem deutlichen Anstieg der Besucherzahlen in den Städtischen Museen geführt. Der freie Museumseintritt für Römer und der gebührenpflichtige Zugang zum Trevi-Brunnen für auswärtige Besucher seien zwei Seiten der gleichen Medaille und jeweils ein „hervorragendes Ergebnis“. Der Trevi-Brunnen ist nach dem Kolosseum das meistbesuchte Monument der Ewigen Stadt. Mehr als neun Millionen Touristen strömten zuletzt jährlich zu dem Brunnen, zwischen 30.000 und 70.000 täglich. An manchen Tagen drängelten sich bis zu 12.000 Besucher gleichzeitig zu Selfies vor dem Kunstwerk sowie für den traditionellen Münzwurf in das Bassin des Brunnens. Der Legende nach wird man die Ewige Stadt ein weiteres Mal besuchen und im Leben sein Glück finden, wenn man rücklings über die Schulter eine Münze ins Wasser des Brunnens wirft. Die Münzen aus dem Brunnen werden regelmäßig eingesammelt und der Römer Caritas zur Verfügung gestellt. Das „Münzgeld“ – knapp zwei Millionen Euro jährlich – kommt notleidenden Familien zugute. Weltbekannt wurde der Brunnen einst durch den Film „La Dolce Vita“ (Das süße Leben) von Federico Fellini aus dem Jahr 1960. In einer ikonischen Szene der Kinogeschichte badete Anita Ekberg nachts in dem Brunnen, vor den Augen des verzückten Marcello Mastroianni, dem sie „Marcello, come here! Hurry up!“ (Marcello, komm her! Beeil‘ Dich!) zurief. Wer der schwedischen Filmdiva trotz strengsten Badeverbots in dem Brunnen nacheifert beziehungsweise ihrem bezirzenden Ruf folgt, muss mit einer Geldstrafe von 450 Euro rechnen.