FAZ 02.01.2026
16:15 Uhr

Ermittlungen nach Angriffen: Polizei sucht Gewalttäter der Silvesternacht


Die Frankfurter Polizei hat nach den Vorfällen in der Silvesternacht die Ermittlungen aufgenommen. Besonders intensiv gefahndet wird nach den Tätern, die einen Rettungswagen attackiert hatten.

Ermittlungen nach Angriffen: Polizei sucht Gewalttäter der Silvesternacht

Nach einer Reihe von Straftaten an Silvester in der Frankfurter Innenstadt wird weiter gegen die 73 Personen ermittelt, die noch in der Nacht festgenommen worden waren. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums am Freitag auf Anfrage mitteilte, werden die Fälle nun sukzessive abgearbeitet. Je nach Delikt wurden sie an die zuständigen Kommissariate verteilt. Den Festgenommenen werden unter anderem der missbräuchliche Gebrauch von Feuerwerkskörpern, Körperverletzungen, Verstöße gegen das Waffengesetz und Sachbeschädigung vorgeworfen. Letzteres vor allem wegen der Brände, die durch den Gebrauch von Feuerwerk entstanden waren. Inzwischen liegt eine detaillierte Auswertung der Angriffe vor. Wie Polizei und Feuerwehr mitteilten, war es in der Nacht zu elf größeren Vorfällen gekommen, bei denen Einsatzkräfte der Polizei oder des Rettungsdienstes angegriffen worden waren. In sechs Fällen wurden sie mit Pyrotechnik beschossen, in drei Fällen körperlich angegriffen. „Neben weiteren Beleidigungen und Beschimpfungen fand in zwei Fällen ein Angriff auf Rettungsmittel statt“, teilte die Feuerwehr mit, die in Frankfurt auch den Rettungsdienst koordiniert. Sanitäter misshandelt, Rettungswagen beschädigt Mit Hochdruck bearbeitet wird vor allem ein Überfall auf die Besatzung eines Rettungswagens, wie der Sprecher der Polizei weiter mitteilte. Die Täter seien noch unbekannt, nach ihnen werde gefahndet. Es seien zahlreiche Spuren gesichert worden. Nach derzeitigen Erkenntnissen hatten mehrere Personen einen Rettungswagen auf der Straße blockiert und an der Weiterfahrt gehindert. Nachdem das Fahrzeug zum Stillstand gebracht wurde, beschädigten die Angreifer den Wagen, unter anderem rissen sie Fahrzeugteile ab. Nachdem einer der Rettungskräfte aus dem Fahrzeug ausgestiegen war, trat ihm einer der Täter in den Rücken, wodurch er mit dem Kopf gegen das Fahrzeug stieß und zu Boden fiel. Beim Aufstehen bemerkte er eine männliche Person, die vor ihm mit einem Messer hantierte, ohne ihn jedoch direkt zu bedrohen. Die Personengruppe verschaffte sich dann gewaltsam Zugang zum Behandlungsraum des Rettungswagens, legte dort eine bewusstlose Frau auf der Behandlungsliege ab und verlangte, dass diese in ein Krankenhaus gebracht werde. Als der Rettungswagen losfuhr, wurde er mit Pyrotechnik beschossen. Es werde nun wegen Angriffs auf Rettungskräfte, Nötigung und gefährlicher Körperverletzung ermittelt, heißt es bei der Polizei. Der Frankfurter Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) sagte, er verurteile diese Gewalt aufs Schärfste. „Wer Einsatzkräfte angreift, greift unsere Solidargemeinschaft an.“ Ein solches Verhalten müsse klare Konsequenzen haben. Sicherheitsdezernentin Annette Rinn (FDP) sprach von „enthemmter Gewalt“. Der Staat müsse dringend „schärfere und wirksame Werkzeuge finden, um diesem Verhalten etwas entgegenzusetzen und unsere Einsatzkräfte zu schützen“. Wind verhindert hohe Feinstaubbelastung Glimpflich ist die Silvesternacht mit Blick auf die Luftverunreinigung und damit auf die gesundheitliche Belastung der Bürger vor allem in den Großstädten verlaufen. Das windige Wetter hat nach Angaben des Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie dafür gesorgt, dass der durch Böller und Feuerwerke verursachte Feinstaub schnell verfliegen konnte. Wie in jedem Jahr wurden jedoch auch in dieser Silvesternacht unmittelbar nach Mitternacht an einzelnen Messstationen Höchstwerte gemessen. Sie lagen zwischen 310 und 330 Mikrogramm je Kubikmeter Luft, etwa an der Messstelle an der Friedberger Landstraße in Frankfurt, die mitten im dicht bebauten Nordend die Luftschadstoffe erfasst. Auch an der Station Wiesbaden Süd im Stadtteil Biebrich und in Offenbach an der Unteren Grenzstraße wurde die 300-Mikrogramm-Marke überschritten. Diese Höchstwerte seien sogar etwas höher als im Vorjahr ausgefallen, teilt das Landesamt mit, doch wegen des Wetters seien die Werte schnell wieder abgefallen. Der Tagesmittelwert für kleinste Feinstaubpartikel von 25 Mikrogramm je Kubikmeter Luft sei an keiner der hessischen Messstellen überschritten worden. In Hessen werden seit vielen Jahren die derzeit von der Europäischen Union vorgeschriebenen Grenzwerte für Feinstaub eingehalten. Doch die EU hat die Luftqualitätsrichtlinie überarbeitet. Diese sieht künftig deutlich strengere Grenzwerte vor.