FAZ 22.01.2026
18:45 Uhr

Ermittlungen beendet: Giftspuren bei drei Toten aus Solms nachgewiesen


Im Oktober sind in einem Haus in Solms im Lahn-Dill-Kreis drei Tote gefunden worden. Rasch wurde über Gift als Todesursache spekuliert. Eine spezielle Untersuchung hat nun Klarheit gebracht.

Ermittlungen beendet: Giftspuren bei drei Toten aus Solms nachgewiesen

Mehr als zwei Monate nach dem Fund von drei Toten auf einem Anwesen in Solms nahe Wetzlar im Lahn-Dill-Kreis hat das Rätselraten um die Todesursachen ein Stück weit ein Ende. Ein gerichtsmedizinisches Institut hat in der von der Staatsanwaltschaft Wetzlar in Auftrag gegebenen chemisch-toxikologischen Untersuchung körperfremde Substanzen festgestellt. Dies sagte ein Sprecher der Anklagebehörde der F.A.Z. auf Anfrage. Um welche Giftstoffe es sich handelt, sagte er nicht. Der Staatsanwalt hob aber hervor, nach der Untersuchung sei unklar, ob diese Substanzen auch ursächlich für den Tod gewesen seien. Bei den Toten handelte es sich um Vater, Mutter und Tochter. Der 20 Jahre alte Sohn war mit Kopfverletzungen gefunden worden, Rettungskräfte brachten ihn in ein Krankenhaus. Er habe vom Tatort weglaufen können, hieß es. Strafzweck entfallen: Ermittlungsverfahren eingestellt Die Ermittler versuchten zunächst, den gesamten Tathergang nachzustellen.  Sie gehen bisher von einem Streit in der Familie aus. Die Staatsanwaltschaft hatte die chemisch-toxikologische Untersuchung nach der Obduktion der Leichen Ende Oktober in Auftrag gegeben. Die Bearbeitung zog sich aber über viele Wochen hin, was der Sprecher auch mit einem Personalengpass zum Jahresende erklärte. Schon bald nach dem Fund der Leichen war öffentlich über Gift als Todesursache im Fall der Tochter und des Vaters spekuliert worden. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich aber seinerzeit nicht zu Mutmaßungen, denen zufolge die 55 Jahre alte Mutter zunächst ihren gleichaltrigen Mann und dann die 18 Jahre alte Tochter getötet habe, bevor sie sich selbst das Leben genommen habe. Die Mutter galt als psychisch labil, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte. Angesichts dessen prüften die Ermittler mögliches Fehlverhalten von behandelnden Ärzten und Psychiatern. Es gebe aber nach den Ermittlungen keine Hinweise auf ein Verschulden Dritter im Umfeld der Familie. Das durch die chemisch-toxikologische Untersuchung ergänzte Gesamtbild der Ermittlungen bestätigte die schon anfangs laut gewordenen Vermutungen, nach denen die Mutter die Täterin war. Da sie sich selbst das Leben genommen habe, sei das Ermittlungsverfahren mittlerweile eingestellt worden. Denn der Strafzweck sei durch den Suizid entfallen. Schließlich könne in diesem Fall niemand mehr bestraft werden.