An diesem Dienstag, dem Hochfest der Erscheinung des Herrn (Epiphanias), wird im Petersdom die Heilige Pforte geschlossen. Damit geht das Heilige Jahr 2025, das unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ stand, offiziell zu Ende. Begonnen hatte es an Weihnachten 2024, als damals noch Papst Franziskus die Heiligen Pforten der vier Papstbasiliken Roms sowie eine improvisierte weitere Heilige Pforte im Gefängnis Rebibbia öffnete. Dass nun das „Giubileo“ (Jubeljahr) unter einem neuen Papst zu seinem Ende kommt, wird als Besonderheit in die Geschichte eingehen: Einzig im Heiligen Jahr 1700 war zuvor ein Papst (Innozenz XII.) gestorben. Für Leo XIV. war es angesichts des Todes von Franziskus am Ostermontag 2025 ein bleischwerer Beginn seines Pontifikats in einem Jubeljahr. Andererseits meisterte er, im Vergleich zu seinem zuletzt schwer kranken Vorgänger, der viele Termine nicht mehr hatte wahrnehmen können, in fast jugendlicher Frische die immensen Herausforderungen an das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken in einem Heiligen Jahr. 35 Millionen Pilger aus 160 Ländern Rund 35 Millionen Pilger aus 160 Ländern kamen von Weihnachten 2024 bis Epiphanias 2026 in die Ewige Stadt. Allein 1,2 Millionen waren es beim Weltjugendtreffen im Rahmen des „Giubileo“ Ende Juli im Römer Vorort Tor Vergata, bei dem Leo seine erste „Massenmesse“ unter freiem Himmel zelebrierte. Beim letzten regulären Heiligen Jahr 2000 waren 25 Millionen Pilger gezählt worden, beim außerordentlichen Heiligen Jahr der Barmherzigkeit 2016 waren es 20 Millionen gewesen. Für Leo XIV. kamen zu den Generalaudienzen jeden Mittwoch und zu den vielen Privataudienzen zahlreiche weitere Treffen mit Pilgern verschiedenster Gruppen der Gesellschaft hinzu – von Künstlern, Sportlern und Influencern über Arbeiter, Unternehmer und Sicherheitskräfte bis zu Pädagogen, Inhaftierten und Migranten. „Wahre Pilger der Hoffnung sein“ Zum Ende des „Giubileo“ zogen der Vatikan und die Stadt Rom eine positive Bilanz. Bürgermeister Roberto Gualtieri, den die italienische Regierung 2024 zum „Sonderkommissar für das Heilige Jahr“ eingesetzt hatte, verwies auf viele städtebauliche Veränderungen und abgeschlossene Verkehrsprojekte im Jubeljahr – namentlich die Neugestaltung der Piazza Pia zwischen Engelsburg und Petersplatz, die Erweiterung der Metro-Linie C im Stadtzentrum sowie die Wiederbelebung des jahrelang brachliegenden Geländes in Tor Vergata vor den Toren Roms. Erzbischof Rino Fisichella, Heilig-Jahr-Beauftragter des Papstes, bezeichnete die Pilgerströme aus aller Welt als Zeichen für eine lebendige Kirche. „Wir als Christen müssen wahre Pilger der Hoffnung sein in einer Welt, die von 56 Kriegen erschüttert wird“, sagte Fisichella. Den Erfolg des Heiligen Jahres beschrieb er als Zeichen für die große Sehnsucht der Menschen nach Spiritualität. Bis zum nächsten Heiligen Jahr werden die katholischen Christen und ihr Oberhaupt nicht die üblichen 25 Jahre warten müssen. Schon 2033 wird die Weltkirche ein außergewöhnliches „Giubileo“ begehen: aus Anlass der zweitausendsten Wiederkehr der Kreuzigung und Auferstehung Christi.
