Mit einer couragierten Leistung hat Eintracht Braunschweig seine Niederlagenserie beendet und die Abstiegsränge der zweiten Fußball-Bundesliga verlassen. Nach zuvor vier Niederlagen am Stück bezwang die Elf von Trainer Heiner Backhaus am Samstag den Tabellensechsten 1. FC Kaiserslautern mit 2:0 und eroberte den 15. Rang. Allerdings hat sich Eintracht-Profi Florian Flick am Ende der ersten Halbzeit in einem Zweikampf wohl eine schwere Verletzung am linken Knie zugezogen und wurde mit einer Trage vom Platz getragen. Mit gleich vier Änderungen brachte Trainer Heiner Backhaus frischen Schwung ins Team. Vor allem die Hereinnahme von Max Marie und die Rückkehr von Torjäger Erencan Yardimci belebten das Braunschweiger Spiel. Nach einigen guten Möglichkeiten belohnte Marie die Bemühungen seines Teams und erzielte den verdienten Führungstreffer in der 34. Minute. Yardimci erhöhte nach der Pause bei einem Konter auf 2:0 und erzielte seinen vierten Saisontreffer. Die Pfälzer kamen noch zu einigen Möglichkeiten, die beste vergab Richmond Tachie mit einem Kopfball (86.). Hertha BSC baute seine Erfolgsserie aus. Durch das 1:0 des Hauptstadtklubs bei Holstein Kiel siegte die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl zum fünften Mal nacheinander in der Liga und nähert sich weiter der Aufstiegszone an. Obendrein freuten sich die Berliner über das wettbewerbsübergreifend sechste Spiel ohne Gegentreffer. Die Kieler dagegen erlebten die siebte Saison-Niederlage. Herthas Fabian Reese kehrte an seinem 28. Geburtstag zu seinem alten Klub und in seine Geburtsstadt zurück. Der Offensivspieler legte im Holstein-Stadion mit einer präzisen Flanke den späten Treffer des eingewechselten Angreifers Dawid Kownacki (75. Minute) auf, der unbedrängt per Kopf traf. Zunächst blieb es in den ersten Spielminuten auf den Rängen ruhig. Beide Fanlager protestierten gegen die geplanten Maßnahmen der Innenministerkonferenz, die in der kommenden Woche in Bremen tagt. Auf dem Platz erzielte beinahe Kiels Alexander Bernhardsson (10.) das 1:0 nach einem katastrophalen Fehlpass von Paul Seguin. Doch der Kieler Kapitän verfehlte das Tor aus etwa 30 Metern – Keeper Tjark Ernst stand einige Meter vor dem Gehäuse und hätte wohl kaum etwas ausrichten können. Beide Klubs erarbeiteten sich zwar Chancen, doch auf beiden Seiten fehlte meistens die Klarheit im Abschluss. Ein Unentschieden wäre durchaus in Ordnung gewesen, ehe die Berliner den entscheidenden Treffer erzielten. Der VfL Bochum verschärfte die Lage bei der SpVgg Greuther Fürth und insbesondere von deren Trainer Thomas Kleine noch mehr. Die Franken verloren im eigenen Stadion nach einem desolaten Start in die Partie mit 0:3. Es war die sechste Niederlage in den vergangenen sieben Partien. In der Tabelle fielen die Fürther auf den Relegationsplatz 16 zurück. Die Kleeblatt-Fans unter den 10.879 Zuschauern im Sportpark Ronhof waren eine Woche vor dem Frankenderby gegen den 1. FC Nürnberg bedient. Sie pfiffen zur Pause und nach dem Schlusspfiff. Schon nach 17 Minuten stand es 0:3. Ibrahima Sissoko (9./13. Minute) war erst nach einem Freistoß und dann nach einem Eckball ohne größere Gegenwehr erfolgreich. Beide Standards führte der ehemalige Fürther Maximilian Wittek aus. Nach einem Fehler im Fürther Spielaufbau erhöhte VfL-Stürmer Philipp Hofmann (17.). Für Kleine war es ein ganz bitterer Nachmittag im Trainer-Duell mit Uwe Rösler, dessen Assistent er einst bei Fortuna Düsseldorf war. Rösler kehrte nach der 1:2-Heimniederlage gegen Dynamo Dresden mit dem VfL direkt wieder in die Erfolgsspur zurück. Kleine dagegen gehen die Argumente für seine Arbeit aus. Mit 37 Gegentoren stellen die Fürther die Schießbude der Liga. Die Abwehr um den 19 Jahre alten Torwart Timo Schlieck war wieder hilflos. Auch offensiv ging nur wenig. Der eingewechselte Omar Sillah verpasste bei der besten Chance den Treffer zum 1:3, weil Bochums Torwart Timo Horn seinen Schuss glänzend parierte (64.).
