FAZ 01.02.2026
16:27 Uhr

Epstein-Dokumente: Mette-Marit antwortete: „Skandinavierinnen sind besseres Frauenmaterial“


Norwegens Kronprinzessin pflegte regen Kontakt zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Auch nach seiner Verurteilung. „Es ist einfach peinlich“, sagt sie nun. Doch es ist offensichtlich mehr als das.

Epstein-Dokumente: Mette-Marit antwortete: „Skandinavierinnen sind besseres Frauenmaterial“

Dass Kronprinzessin Mette-Marit zu dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein Kontakt hatte, war in Norwegen ­bekannt. Nicht aber, in welchem ­Umfang. Nachdem das amerikanische Justizministerium Tausende ­Dokumente zu Epstein freigegeben hat, zeigt sich nun ausgerechnet kurz vor dem Prozessbeginn gegen ihren Sohn: Mette-Marit hatte jahrelang Kontakt mit Epstein, zwischen 2011 und 2014 tauschte sie mehrere Hundert Nachrichten mit ihrem, wie sie schrieb, „verrückten Freund“ aus. Sie traf ihn mehrmals, wohnte in seinem Haus in Florida für einige Tage. Und all das nach seiner Verurteilung wegen des Missbrauchs Minder­jähriger. In einer Mail schrieb ihr Ep­stein im Herbst 2012 aus Paris, er sei auf Frauensuche. Paris sei interessant, aber er bevorzuge Skandinavierinnen. Mette-Marit antwortete, Paris sei gut für Ehebruch, „Skandinavierinnen sind besseres Frauenmaterial“. Zu einem anderen Zeitpunkt schrieb ihr Epstein, es seien zwei Norwegerinnen hier, 24 und 25, „ich mag Oslo“. Mette-Marit antwortete ihm, offenbar anspielend auf seine Vor­liebe für Minderjährige, „oh mein Gott“, Epstein müsse betrunken sein und habe wohl Tippfehler gemacht, wenn er schreibe, die Mädchen seien 24 und 25. „Ruf mich an.“ Ein anderes Mal fragte sie ihn, ob es un­angemessen sei, wenn sie als Mutter zwei nackte Frauen mit einem Surfbrett als Wandposter für ihren 15 Jahre ­alten Sohn vorschlage. Sie habe ein schlechtes Urteilsvermögen bewiesen, sagt Mette-Marit Bisher hatte das Königshaus angegeben, die Kronprinzessin habe nichts über Epsteins Vergangenheit gewusst. Dieser war im Jahr 2008 zu einer Haftstrafe verurteilt worden, weil er Minderjährige missbraucht hatte. Aus den Dokumenten geht nun hervor, dass Mette-Marit Ep­stein drei Jahre später schrieb, sie ­habe ihn nach der letzten Mail gegoogelt, „das sieht nicht gut aus“. Gegenüber norwegischen Medien teilte die Kronprinzessin nun mit, sie müsse die Verantwortung dafür übernehmen, dass sie Epsteins Hintergrund nicht besser überprüft und nicht schnell genug erkannt habe, was für ein Mensch er gewesen sei. Das bedaure sie zutiefst. Sie habe ein schlechtes Urteilsvermögen bewiesen. „Es ist einfach peinlich.“ Den Opfern des Sexualstraftäters sprach sie ihr „tiefes Mitgefühl“ und ihre ­Solidarität aus.