FAZ 25.01.2026
08:18 Uhr

Entgiftung von Zellen: Wie ein Protein Parkinson auslösen könnte


Die Parkinson-Krankheit könnte durch Störungen im körpereigenen Recyclingsystem ausgelöst werden. Erkenntnisse von Darmstädter Forschern eröffnen womöglich neue Wege zu einer Therapie.

Entgiftung von Zellen: Wie ein Protein Parkinson auslösen könnte
In Minneapolis geraten Polizisten mit Demonstranten aneinander. (Foto: Holden Smith/ZUMA Press Wire/dpa)

Forscher der TU Darmstadt haben die Funktion eines Proteins untersucht, das eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Parkinson-Krankheit spielen könnte. Zusammen mit Kollegen aus Bonn und München fanden sie heraus, wie der Eiweißstoff den Abbau von körpereigenen Substanzen im Recyclingsystem der Zellen beeinflusst. Funktioniert die Zerlegung defekter Proteine dort nicht richtig, können Nervenzellen geschädigt werden, was zu Parkinson führen kann. Das Protein, das die Wissenschaftler untersuchten, steuert den Säuregehalt in den „Recyclingfabriken“ der Zelle, den Lysosomen. Wie es das tut, war bisher unklar. Die Forscher konnten zeigen, dass das Eiweißmolekül Kalium- und Wasserstoffionen durch die Membran der Lysosomen pumpt und so den pH-Wert in deren Innerem reguliert. So wird sichergestellt, dass defekte Zellbestandteile ordnungsgemäß abgebaut werden. Veränderungen des Membranproteins, etwa durch Genmutationen, können dazu führen, dass es seine Funktion verliert. Nach Ansicht der Wissenschaftler könnten ihre Erkenntnisse den Weg zu neuen Therapien eröffnen. Möglicherweise könne die gestörte Funktion der Lysosomen wiederhergestellt werden, wodurch sich Behandlungsmöglichkeiten für Parkinson und andere neurodegenerative Krankheiten ergäben.