Die fossilen Energieträger dominieren weiterhin den Primärenergieverbrauch in Deutschland. Damit ist der Gesamteinsatz einschließlich der Elektrizität, der Wärme, der Kraftstoffe oder der Kunststoffproduktion gemeint. Den Zahlen des Energieverbands BDEW zufolge steuerten 2025 Öl, Gas und Kohle 79,4 Prozent zum Primärenergieverbrauch bei, nur 0,6 Punkte weniger als 2024. Die erneuerbaren Energien schaffen gerade einmal ein Fünftel. Allein das Erdgas war mit 27 Prozent wichtiger als Wind, Sonne, Bio- und Wasserkraft zusammengenommen. Die entscheidende Quelle bleibt Mineralöl mit fast 36 Prozent, also mehr als einem Drittel der benötigten Gesamtenergie. Bei der Elektrizität liegt der Ökostrom zwar deutlich vorn, seine Bedeutung hat jedoch nicht zugenommen. Nach Angaben des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) erreichte der Anteil der in das öffentliche Stromnetz eingespeisten erneuerbaren Energien am Strommix – der sogenannten Last einschließlich der Netzverluste – wie im Vorjahr 55,9 Prozent. Insgesamt betrug die Nettostromerzeugung 440 Terawattstunden (TWh), zwei Prozent weniger als 2024. Mit Abstand wichtigster Lieferant war die Windkraft, vor allem an Land. Allerdings sank die Produktion 2025 trotz neuer Anlagen, weil es weniger stark wehte. Zählt man Braun- und Steinkohle zusammen, belegten sie den zweiten Platz. Einzeln betrachtet, war der Beitrag der Photovoltaik (PV) größer. Diese konnte die Erzeugung um mehr als ein Fünftel erhöhen und erstmals die Braunkohle überholen. Beachtliche 20 Prozent seien von den Produzenten selbst genutzt worden, schreibt das Institut, etwa von Hausbesitzern. Auch in der übrigen EU sieht das ISE die Sonnenkraft auf dem Vormarsch, 2025 habe sie erstmals vor Braun- und Steinkohle gelegen; so weit ist es in Deutschland noch nicht. Deutschland importiert mehr Strom, als es exportiert In zehn Jahren habe sich PV in der EU verdreifacht, die Kohleverstromung sei dagegen um 60 Prozent gefallen. In Deutschland ist die Sonnenkraft beim Strom auch wichtiger als Erdgas. Gleichwohl feiert dieses weiterhin Zuwächse. Laut BDEW nahm das Gas 2025 im Primärenergieverbrauch um 3,6 Prozent zu, ebenso stark wie alle Erneuerbaren zusammen. Kohle und Öl gingen indes zurück. In der Stromerzeugung wurde ebenfalls mehr Gas eingesetzt. Der Zuwachs war fast so stark wie der Rückgang in der Braunkohleverstromung. Nach wie vor importiert Deutschland mehr Strom, als es exportiert, allerdings sank der Einfuhrüberschuss 2025 um annähernd 23 Prozent auf rund 22 TWh. Wichtigste Importländer waren Dänemark und Frankreich, das seinen Strom zu zwei Dritteln nuklear gewinnt. Deutschland selbst produziert seit 2023 keine Kernenergie mehr, nutzt aber weiter Atomstrom aus dem Ausland. Das ISE berichtet, dass die CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung 2025 rund 160 Millionen Tonnen betragen hätten. Das seien zwar 58 Prozent weniger als 1990, aber nicht weniger als 2024. Der Zubau der Erneuerbaren bleibe beim Wind „deutlich unter den deutschen Ausbauzielen“. Ende 2025 waren 68,1 Gigawatt (GW) Leistung installiert, es hätten 76,5 sein müssen. Die Ausweitung der PV um 16,2 GW auf 117 GW müsse sich 2026 auf 22 GW erhöhen, um die Ziele zu schaffen.
