Man kann ja als Journalist, generell und in diesem Ressort vielleicht besonders, nix schreiben oder tun, ohne dass einem einer schreibt. Mal hinweisend, mal mahnend, mal schimpfend, schon auch mal lobend. Also Mercedes-Benz CLA. Der Elektrowagen ist gerade zum Auto des Jahres gekürt worden. Leidet aber leider unter dem ein oder anderen Rückruf. Keine riesige Stückzahl und Dinge, die sich flugs beheben lassen. Aber „so etwas darf doch Mercedes nicht passieren. Und Sie loben die Karre auch noch“, raunt ein Leser. Da ist was dran. Ein anderer hat Beziehungsstress mit seinem Audi E-Tron. Der Kontrollbehälter der Wasserkühlung an der Hinterachse (ehrlich, wir wussten nicht, dass es so was gibt) sei halb voll gewesen, mithin Wasserverlust im System. Die Werkstatt habe den Antrieb getauscht und die durch das tropfende Wasser verrotteten Wellen gleich mit, für 9000 Euro. Auf der Probefahrt keine Leistung mehr hinten. Anamnese: 32 Batteriezellen haben Schaden genommen. Ausgebaut, ersetzt. Anschließend nur noch 180 Kilometer Reichweite. Wieder Werkstatt, Batteriemanagement neu justieren, alles in allem drei Wochen Intensivstation und 30.000 Euro Kosten. Der Mann will jetzt kein Elektroauto mehr. Wir vermuten Pech plus Anfangsschwierigkeiten, auch in den Werkstätten, die mit den immer komplizierteren (Software-)Steuerungen wahrscheinlich nicht so arg locker zurechtkommen. Noch einer meldet sich, ein kleinerer Unfall mit seinem elektrischen Handwerkerlieferwagen. Die ganze Batterie musste raus, 10.000 Euro Kosten. Jetzt fährt er wieder Verbrenner. Wartungsarmut ist ein Trumpf des Elektroautos, Reparaturen scheinen unerquickliche Überraschungen bereitzuhalten. Ob alles so stimmt? Jedenfalls hat es das Elektroauto nicht leicht, schon gar nicht am Stammtisch. Muss eine neue Förderung aus Steuergeld her? Besser wettbewerbsfähige Produkte und wettbewerbsorientierte Politik.
