Die Eintracht empfängt an diesem Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) einen Angstgegner: Bayer 04 Leverkusen. Die Bilanz der vergangenen sechs Begegnungen in der Bundesliga ist eindeutig: sechs Niederlagen, zwanzig Gegentore. Während die Eintracht in einer Formkrise steckt, scheint sich die Werkself zu stabilisieren. Die Frankfurter schieden sang- und klanglos aus der Champions League aus. Leverkusen hingegen bezwang Villarreal 3:0 – und zog damit in die Play-offs ein. Dort wartet nun Olympiakos Piräus. Bayer-Cheftrainer Kasper Hjulmand übernahm im September 2025 einen Verein im Umbruch. Star-Trainer Xabi Alonso und Publikumsliebling Florian Wirtz hatten den Verein verlassen. Erik ten Hag erwies sich für die Rheinländer als der falsche Trainer und musste schnell wieder gehen. Als Hjulmand seine Arbeit begann, war Leverkusen Zwölfter. Mit dann 19 Punkten aus acht Spielen legte er den besten Leverkusener Trainerstart seit Sami Hyypiä 2013 hin. Hohes Pressing und schnelles Umschaltspiel Der ehemalige dänische Nationaltrainer gilt als Fußballdenker mit einer „proaktiven“ Spielphilosophie. Er bevorzugt das 3-4-1-2- oder das 3-4-2-1-System und setzt auf Angriffs- und Ballbesitzfußball. Hohes Pressing, Vorwärtsverteidigung, überraschende Positionswechsel, schnelles Umschaltspiel und Räume schaffen – damit passt Hjulmand in die von Bayer 04 kultivierte Spielweise. „Wenn ich an der Seitenlinie stehe, mag ich es am liebsten, wenn wir in Ballbesitz sind, angreifen oder den Ball schnell zurückbekommen“, sagte er. Außerdem ist er kommunikativ und empathisch: „Ich muss Menschen nicht zerstören, um zu zeigen, dass ich ein starker Leader bin. Ich bin ehrlich, ganz einfach. Ich sage, was ich meine.“ Nun steht seine Mannschaft mit 32 Punkten auf dem sechsten Platz. Für die starke Offensive sprechen die 35 geschossenen Tore. Bayers Defensive ist jedoch instabil und fehleranfällig: 20 Gegentore nach 18 Spielen beweisen das. Vor allem die frühen Gegentore sind ein Problem, wie ein Blick auf die ersten drei Spiele im neuen Jahr zeigt: Gegen Stuttgart fielen sie nach sieben Minuten, gegen die TSG Hoffenheim nach neun und in der Königsklasse gegen Olympiakos Piräus nach zwei Minuten. Offensichtlich fehlte der verletzte Abwehrchef Edmond Tapsoba, der die hintere Reihe stabilisierte. Laut Hjulmand soll sein Team gleichzeitig „tief verteidigen können, aber auch sehr hoch“. Doch gerade hier liegt die Achillesferse in seinem Spielsystem. Das defensive Umschalten und die Absicherung bei Standards laufen nicht optimal. Insofern bietet dieses Spiel für die Eintracht eine doppelte Chance: für einen Befreiungsschlag und um die Niederlagenserie gegen die „Werkself“ endlich zu beenden.
